St. Wendel feiert eine Woche lang Wendelinus-Wallfahrt

Wallfahrtswoche in St. Wendel : Von einer Decke, Hirten und einem verhüllten Wendelin

Auch erfahrene Schafhirten müssen bei Wetterkapriolen manchmal improvisieren. Am Freitag haben auch die als Wendelin verkleideten Vorschulkinder aus den Kindertagesstätten der Pfarreiengemeinschaft bei der Wallfahrtswoche wegen der vorausgesagten Regenschauer einen anderen Pilgergang eingeschlagen.

Statt der üblichen Route von der Wendelskapelle zur Wendelinus-Basilika sind sie mit Pastor Klaus Leist durch die Kreisstadt gepilgert. Zuvor hat der Pastor den Kontaktpolizisten Karl-Heinz Fischer für die Streckensicherung engagiert.

An der Wendelinus Statue machten die Kinder Halt. Foto: B&K/Bonenberger/

„Ich bin der heilige Wendelin, hab die Schafe lieb“, singen die Kinder, angekommen an der steinernen Statue des Stadtpatrons in der Bahnhofstraße. Die Wendelin-Figur, die vor dem Mia-Münster-Haus steht, sehen sie wegen Sanierungsarbeiten in einer verhüllten Version. „Der heilige Wendelin ist an vielen Orten in St. Wendel verteilt, weil die Stadt nach ihm benannt ist“, teilt Pastor Leist den jungen Hirten im  Wortgottesdienst mit. Beim Einzug bringen sie eine große Decke mit, die eine grüne Wiese mit einer Schafherde darstellt und legen sie über den Altar. „Ich freue auf diesen Tag, heut ist unser Wallfahrtstag“, singt der Nachwuchs im Chor. Pastor Leist berichtet  von einem Buch, das der Prophet Ezechiel vor mehr als Jahrtausenden geschrieben hat. „Da steht was über einen Hirten drin. Denn auch Jesus ist Hirte, weil er den Menschen Gutes tut“, sagt Leist. Der heilige Wendelin sei in St. Wendel ein guter Hirte gewesen. „Weil er immer für andere Menschen da war und ihnen Ratschläge gegeben hat“, erklärt der Pastor. Die Fürbitten übernehmen die Kinder selbst. „Gib uns Ohren, damit wir auch die leisen Töne hören“ oder „Gib uns Hände, damit wir die Natur beschützen können“ und mit weiteren Anliegen rufen sie Wendelin an.  Leist übernimmt danach wieder und fordert auf, dass sich alle zum „Vater unser“, dem am meisten verbreiteten Gebet des Christentums, sich im Kirchenraum die Hände reichen. Mit selbst gebastelten Symbolen wie Sternen, Wolken, Schmetterlingen, Bienen und einer Blume ziehen die Hospital-Kindergartenkinder um dem Altar. Und dazu singen alle: „Tanzen, springen, wollen wir vor dem Herrn“. Zum Abschluss des Pilgertages steht für den Nachwuchs die Prozession zur Lade mit den Reliquien des heiligen Wendelin an.

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