Tag der Behinderung bei der Wallfahrtswoche in St. Wendel

Wallfahrtswoche : Harmony und Sonnenschein in der Basilika

Am Tag der Menschen mit Behinderung pilgerten Bewohner der Lebenshilfe-Einrichtungen zum Heiligen Wendelin.

Die Menschen mit Handicap fühlen sich in der Stadt St. Wendel und im Landkreis wohl. „Wir sind angenommen, die Mitmenschen verstehen uns und vor allem, sie mögen uns“, betont Hermann Scharf, Geschäftsführer der St. Wendeler Lebenshilfe. Einmal im Jahr gibt es für die Bewohner von deren Einrichtungen einen speziellen Tag. Sie sind Wallfahrer und pilgern in die Basilika. Es ist ihr Tag während der Wallfahrtswoche, der Tag der Menschen mit Behinderung, an dem sie an der Seite von Pastor Klaus Leist den Gottesdienst mitgestalten.

Es schellt im Kirchenraum und Ludwig Ohlmann lässt zum Einzug die Orgel erklingen. Bernd Kessler trägt die brennende Pilgerkerze und Michael Scheid die Figur des heiligen Wendelin nach vorne zum Altar.

„Es ist schön, dass ihr gekommen seid, um mit dem Heiligen Wendelin zusammen zu sein“, begrüßt Pastor Leist die Lebenshilfe-Pilgergruppe. Scharf merkt an: „Wir sind gekommen, um uns zu bedanken, aber auch, um Bitten, Sorgen und Nöte vorzutragen“, sagt er. Vieles, so Scharf weiter, sei nicht selbstverständlich. „Ja, wir sind manchmal anders. Aber ist es nicht normal, verschieden zu sein?“.

Doch nun seien alle in der Basilika versammelt und mit dem Heiligen Wendelin verbunden. Pastor Leist stellt ihn als guten Freund Gottes vor, ein Hirte, der sich mit Schafen gut ausgekannt hat. „Ihm dürfen wir alles anvertrauen, er steht uns immer zur Seite, besonders wenn wir traurig und verzweifelt sind“, sagt Scharf zu den Bewohnern. Darunter befindet sich auch Irmtraud Keller, die sich einige Fürbitten notiert, um diese an den Stadtpatron zu richten. „Gib uns gute Menschen, die uns zur Seite stehen und immer ein offenes Ohr für uns haben“, bittet Gertrud. Viele weitere Bitten, so der Pastor, liegen in den Herzen dieser Menschen.

Scharfs Geschäftsführerkollege Peter Schön widmet die Lesung den Worten des Propheten Ezechiel. Neben der Liturgie des Wortes gibt es jede Menge Gesang. Der Chor „Harmony und Sonnenschein“, unter der Leitung von Dagma Thomaser, hat eigens für die Pilgermesse Lieder einstudiert.  „Danke, für den schönen Morgen“, intonieren die Wallfahrer und stellen singend klar „Wendelin, du bist ein Hirte“. Abschließend schreiten die Pilger durch den Altarraum zur Lade mit den Reliquien des Heiligen. „Es ist beeindruckend und bewegend, wie sich diese Menschen in die Wallfahrtswoche einbringen“, lobt Leist. Zum Pilgeramt am Nachmittag hat der Kirchenmann dann die Fußwallfahrerinnen des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) zum Tag der Frauengemeinschaften  erwartet.

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