Wallfahrtswoche : Innige Begegnung mit dem Heiligen Wendelin

Wallfahrtswoche setzt sich fort mit einem Wortgottesdienst am Tag der Menschen mit Behinderung und der Frauengemeinschaften.

Am Mittwoch hat der Heilige Wendelin die Bewohner der St. Wendeler Lebenshilfe am Tag der Menschen mit Behinderung und der Frauengemeinschaften zum Wortgottesdienst in seiner Basilika empfangen. „Da berühren sich Himmel und Erde“, stimmt Hans-Norbert Gerhart begleitet von seinen Keyboardklängen passend an. Beim Einzug transportiert Peter Nier eine Statue des Stadtpatrons und stellt sie auf dem Altar ab.

„Liebe Freunde, ich freue mich sehr, dass ihr gekommen seid, um den Heiligen Wendelin zu verehren“, begrüßt Pastor Klaus Leist die Menschen mit Handicap. Doch die sind nicht nur als Kirchgänger dabei, sondern sie gestalten die Messe gemeinsam mit dem Pastor. Der hat gleich noch einen Tipp parat: „Dem Heiligen Wendelin könnt ihr alles sagen, ganz egal, ob es euch gut geht oder wenn ihr traurig seid“. Lebenshilfe-Geschäftsführer Hermann Scharf meint stellvertretend für die Bewohner, dass sie Wendelin alles anvertrauen wollen. „Gibt uns Menschen in unserer Nähe, wenn wir sie brauchen und uns dann zur Seite stehen“, bittet Scharf den Stadtheiligen um seinen Beistand. Denn die Menschen mit Handicap seien anders. „Aber ist das nicht normal, verschieden zu sein?“, fragt der Lebenshilfe-Geschäftsführer. Aber in St. Wendel und im Landkreis würden sich die Menschen mit Handicap wohlfühlen, hier seien sie angenommen, stellt Scharf fest.

Im Altarraum formiert sich derweil der Chor der Einrichtung unter der Leitung von Dagmar Thomaser und singt das Lied „Meine Zeit steht in deinen Händen“. Pastor Leist lockert mit der biblischen Geschichte über den barmherzigen Samariter die Stimmung weiter auf: „Der barmherzige Samariter hat ein gutes Herz gehabt. Wenn bei der Lebenshilfe viele Menschen ein gutes Herz haben, dann tun sie dieser Welt etwas Gutes“. Nach dem Wortgottesdienst sind die Bewohner der Lebenshilfe dem Heiligen Wendelin für eine kurze Zeit ganz nah und berühren mit den Händen die Lade, in der er ruht.

Zum Abschluss des Wortgottesdienstes besuchen die Bewohner der Lebenshilfe den Heiligen Wendelin an seinem Hochgrab. Foto: Frank Faber

In Bewegung waren die Fußwallfahrerinnen des Katholischen Frauenbundes Deutschland (KDFB) seit dem Morgen. Von der Abtei Tholey sind die 40 Pilger über den Wendelinus-Wanderweg bis zur Basilika marschiert. „Wir haben unterwegs sehr schönes Wetter gehabt“, berichtet Elisabeth Zimmermann, die seit 19 Jahren den 15 Kilometer langen Pilgermarsch organisiert. Vor Winterbach biegt die Gruppe immer zur Meditationsstation St. Annen Kapelle am Wallersweiler Hof ab. Den Abschlusssegen gibt es vor der St. Wendeler Stadtgrenze. Pünktlich zum Pilgeramt sind die Wallfahrer vor der Basilika eingetroffen.