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Aisstellung Visign im Mia-Münster-Haus wird verlängert

Ausstellung verlängert : Zeichnungen von Heinz Popp sind bis 15. März zu sehen

Wegen des großen Zuspruchs wird die Ausstellung „Visign“ mit Zeichnungen von Heinz Popp im Mia-Münster-Haus in St. Wendel verlängert. Das teilt eine Sprecherin des Museums  mit. Bis Sonntag, 15. März, haben Besucher die Gelegenheit, die Ausstellung zu besuchen.

Das Wort Visign im Titel dieser Ausstellung ist eine Erfindung von Heinz Popp und stammt aus den 1990er-Jahren. Es ist aus den Wörtern visuell und sign (englisch für „Zeichen“) zusammengesetzt. „Es unterstreicht, wie sich in der Welt der Bilder Zeichnen und Zeichen zueinander verhalten, nämlich unmittelbar und unausweichlich“, sagt Popp. Gleichzeitig habe eine Zeichnung etwas Selbstverständliches. „Zeichnen ist sozusagen basic, Teil unserer menschlichen Natur“, findet der Künstler. Es gebe nur sehr wenige Menschen, die noch nie, auch nicht als Kind, gezeichnet hätten. „Deshalb meinen wir, wenn wir figurative Bilder sehen, auch gleich zu verstehen, um was es da geht. Und hinterfragen nicht“, meint Popp.

Nicht nur die Welt des Designs und der Werbung, sondern auch sonstige Meinungsmacher nutzten diese Neigung aus, um bestimmte Produkte, Ideen, Lifestyle-Momente und politische Überzeugungen schmackhaft zu machen. Heinz Popp weiß um diese Muster, war er doch auch als Grafikdesigner tätig, und schließlich Professor für Grundlagen der Visuellen Kommunikation an der Hochschule der Bildenden Künste in Saarbrücken. „Bereits in der Renaissance und dem Barock galt die Zeichnung als geistiger Ausdruck der sogenannte prima idea schlechthin, Inbegriff des göttlichen Funkens“, weiß Popp zu erzählen.

Und wenn der Funke überspringt, halte der Zeichner nicht nur fest, was er sehe, sondern seine subjektiven Empfindungen flossen mit ein. Somit spiegelt er direkt und unvoreingenommen die Welt, entwirft sie aber manchmal auch neu. „Die Bildfläche funktioniert wie eine Reflexionsfläche – der Künstler reflektiert, auch unbewusst, beim Zeichnen was er sieht“, so Popp.

Seine Handschrift ist leicht und beschwingt. „Jede Zeichnung hält die Zeit an und lässt sie heiß laufen, so, dass sie Funken schlägt, die erhellen und erinnern – selbst den flüchtigen Blick“, sagt Popp selbst.

Auch dieses Bild ist im St. Wendeler Mia-Münster-Haus zu sehen. Foto: Heinz Popp

Führungen sind nach vorheriger Anmeldung möglich. Zur Ausstellung ist ein 48-seitiger Katalog erschienen. Dieser kostet fünf Euro. Inhaber einer Museumsjahreskarte erhalten den Katalog kostenlos.