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Werkgespräch im Museum St. Wendel

Ausstellung von Heinrich Popp im Museum St. Wendel : „Jede Zeichnung hält die Zeit an“

Der Künstler Heinrich Popp kommt am heutigen Donnerstag zum Werkgespräch ins Museum St. Wendel.

Im Museum St. Wendel geht am heutigen Donnerstag, 6. Februar, ein Werkgespräch mit Heinrich Popp über die Bühne. Ab 17 Uhr steht der Künstler den Besuchern in St. Wendel Rede und Antwort. Wie Museumsleiterin Cornelieke Lagerwaard mitteilt, ist die Teilnahme kostenlos.

Das Wort „VISIGN“ im Titel dieser Ausstellung sei eine persönliche Erfindung von Popp und stamme aus den 1990er-Jahren. „Es ist aus den Wörtern visuell und sign, für Zeichen, zusammengesetzt“, erklärt Lagerwaard. Es unterstreiche, wie sich in der Welt der Bilder Zeichnen und Zeichen zueinander verhalten, „nämlich unmittelbar und unausweichlich“. Gleichzeitig – und vielleicht auch deshalb – habe eine Zeichnung etwas Selbstverständliches. „Zeichnen ist sozusagen basic, Teil unserer menschlichen Natur“, sagt Lagerwaard. Es gebe nur sehr wenige Menschen, die noch nie gezeichnet hätten. „Deshalb meinen wir, wenn wir figurative Bilder sehen, auch gleich zu verstehen, um was es da geht. Und hinterfragen nicht. Nicht nur die Welt des Designs und der Werbung, sondern auch sonstige Meinungsmacher nutzen diese Neigung aus, um uns bestimmte Produkte, Ideen und politische Überzeugungen schmackhaft zu machen“, erläutert die Museumsleiterin.

Heinz Popp wisse um diese Muster – war er doch auch als Grafikdesigner tätig, und schließlich Professor für Grundlagen der Visuellen Kommunikation an der Hochschule der Bildenden Künste in Saarbrücken. Bereits in der Renaissance und dem Barock galt die Zeichnung als geistiger Ausdruck der sogenannten „prima idea“ schlechthin, Inbegriff des „göttlichen Funkens“. „Und wenn der Funke überspringt, hält Popp nicht nur fest, was er sieht, sondern seine subjektiven Empfindungen fließen mit ein“, weiß Lagerwaard. Somit spiegele er direkt und unvoreingenommen die Welt, entwerfe sie aber manchmal auch neu.

Die Bildfläche funktioniere wie eine Reflektionsfläche – der Künstler reflektiere, auch unbewusst, beim Zeichnen, was er sehe. „Die Handschrift von Heinz Popp ist leicht und beschwingt“, schildert Lagerwaard. Der „göttliche Funke“ der „ersten Idee“ springe vor allem durch die Spontanität der vor Ort entstandenen Blätter unmittelbar über. Popp selbst sagt: „Jede Zeichnung hält die Zeit an und lässt sie heiß laufen, so, dass sie Funken schlägt, die erhellen und erinnern – selbst den flüchtigen Blick.“

Diesen Olivenhain in Lurs (Provence) zeichnete Popp 2000. Foto: Museum St. Wendel und Heinz Popp
Dieser „Garten“ stammt aus dem Jahr 2019. Foto: Museum St. Wendel und Heinz Popp

Info: Führungen nach vorheriger Anmeldung. Zur Ausstellung erscheint ein 48-seitiger Katalog zum Preis von fünf Euro. Inhaber einer Museumsjahreskarte erhalten ihn laut Lagerwaard kostenlos. Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 8. März, zu sehen.