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Mahnwache: Damit das Leid Anderer nicht vergessen wird

Mahnwache : Damit das Leid Anderer nicht vergessen wird

Vor der Wendelinus-Basilika wurde an das Schicksal der Flüchtlinge in Syrien und Griechenland erinnert.

Rund 25 Menschen kamen am Mittwochabend vor der Wendelinus-Basilika zu einer Mahnwache zusammen, um an das Leid der Flüchtlinge in Syrien, auf der Insel Lesbos und an der türkisch-griechischen Grenze zu erinnern. Vor der Kirche sprachen der katholische Pfarrer Erwin Recktenwald, Anton Stier, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats St. Wendel, und die evangelische Pfarrerin Christine Unrath. „Die Flüchtlinge sind bedauernswert. Sie sind sie Spielbälle politischer Schachzüge. Heimatlos und unerwünscht“, sagte Recktenwald. „Auf der anderen Seite steht Griechenland alleine da. Griechenland ist ohnehin schon überfordert mit dem konstanten Strom an Flüchtlingen vom afrikanischen Kontinent“, meinte der katholische Geistliche. Pfarrerin Unrath kann, wie sie verriet, beide Seiten verstehen. „Als Bewohner der überlasteten griechischen Inseln wäre ich auch wütend darüber, dass durch einen Zusammenbruch des Tourismus meine Lebensgrundlage leidet.“ Auf der anderen Seite fühle sie aber auch mit den Geflüchteten: „Wenn ich Flüchtling wäre, würde ich ebenfalls eine Perspektive suchen. Ich würde alles versuchen für meine Familie und mich.“

„Einzig verwerflich ist das Handeln der Türkei und der EU“, erklärte Stier. Der türkische Präsident nutze die Flüchtlinge als Druckmittel gegen die EU, betonte der Pfarrgemeinderats-Vorsitzende. Die EU handele hingegen zu behäbig, sagte Recktenwald. „Politiker betreiben viel Populismus auf dem Rücken der Flüchtlinge“, erklärte der Pfarrer. „Aber wirklich helfen will niemand“, so Unrath. „Weder den Flüchtlingen noch den betroffenen Ländern.“ Nach der Mahnwache gingen die Anwesenden zum ökumenischen Hoffnungsgottesdienst in die evangelische Stadtkirche.

Nach den Gottesdiensten am Samstag und Sonntag, 14. und 15. März, soll in den Kirchen der evangelischen Kirchengemeinde und der Pfarreiengemeinschaft St. Wendel bei Türkollekten Geld gesammelt werden. Das Geld soll den Flüchtlingshelfern auf der Insel Lesbos zugutekommen, zu denen man in der Pfarrei durch Jonas Müller aus Winterbach in ständigem Kontakt stehe.