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Ohne Handball geht es nicht

Ohne Handball geht es nicht

Marpingen. Donnerstag ist der anstrengendste Tag der Woche für Handballerin Marina Bleimehl: Eine anderthalbe Stunde ist die 16-Jährige unterwegs von ihrem Wohnort Dörrenbach ans Sportgymnasium Rotenbühl in Saarbrücken. Dort trainiert sie von 8 bis 9.30 Uhr. Danach hat sie Unterricht bis 15 Uhr

Marpingen. Donnerstag ist der anstrengendste Tag der Woche für Handballerin Marina Bleimehl: Eine anderthalbe Stunde ist die 16-Jährige unterwegs von ihrem Wohnort Dörrenbach ans Sportgymnasium Rotenbühl in Saarbrücken. Dort trainiert sie von 8 bis 9.30 Uhr. Danach hat sie Unterricht bis 15 Uhr. Gegen halb fünf ist sie dann zu Hause und hat gerade mal Zeit zu essen, denn um halb sechs trainiert sie mit der B-Jugend der DJK Marpingen. Und auch danach ist noch nicht Schluss: Von sieben bis halb neun nimmt sie am Training der ersten Frauenmannschaft der Moskitos teil.Was für andere unvorstellbar viel Stress bedeuten würde, macht Marina Spaß. "Ich kann mir ein Leben ohne Handball nicht vorstellen", sagt sie. Trotzdem müsse sie zugeben, dass sie sich manchmal ein bisschen mehr Freizeit wünsche. Denn meist vergeht für die Schülerin kein Tag der Woche, ohne dass sie auf dem Feld steht.

Seit vergangenem Jahr spielt Marina Bleimehl auf Mitte Rückraum und Rechtsaußen bei den Moskitos. Sie wechselte von der JSG Nordostsaar zur DJK Marpingen, um mit der ersten Frauenmannschaft in der RPS-Oberliga zu spielen. Sie ist die jüngste Stammspielerin, die es je in der ersten Frauenmannschaft gab. "Marina ist unglaublich ehrgeizig und sehr zuverlässig", sagt Trainer Manfred Wegmann. "Sie würde auch um drei Uhr nachts zum Training kommen." Bleimehl sei ein Ausnahmetalent und habe das Zeug, in einer höheren Liga zu spielen. Das sah der Handballverband Saar ähnlich und kürte sie 2010 zur Nachwuchshandballerin des Jahres. Marinas Ziel für die Zukunft ist, irgendwann in der Bundesliga zu spielen. Zunächst aber will sie mit der DJK zurück in die Regionalliga. Und da wäre ein Sieg im Oberliga-Spitzenspiel gegen die TSG Mainz-Bretzenheim an diesem Samstag (20 Uhr, Sporthalle Marpingen) immens wichtig. Derzeit liegt Bretzenheim noch drei Punkte vor Marpingen.

Im Spitzenspiel hofft Marpingen auch auf Tore von Bleimehl. Denn eine ihrer Stärken ist ihr sicherer Torabschluss. Arbeiten müsse sie dagegen noch an ihrer Körperspannung im Wurf und ihrer Schnelligkeit. "Ich muss viel trainieren, um mich zu verbessern", sagt Marina. Im Moment trainiert sie vier Mal die Woche in der Schule, drei Mal mit den Frauen und einmal mit der B-Jugend-Mannschaft der DJK. Zusätzlich fährt sie alle zwei Wochen zum DHB-Stützpunkt nach Trier. Ihre Hausaufgaben erledigt sie im Zug oder zwischen den Trainingseinheiten. Trotzdem ist sie eine gute Schülerin und möchte nach ihrem Abitur in zwei Jahren Sportwissenschaft studieren.

Für ihre Handballkarriere hat Marina bereits viel auf sich genommen. 2006 war ein besonders schweres Jahr. Damals wagte sie den Schritt aufs Sportgymnasium nach Saarbrücken. "Das war besonders schlimm, weil ich meine Freunde nicht mehr so oft sehen konnte", erzählt das schüchterne Mädchen mit den dunkelblonden Haaren. "Aber ich liebe Handball", sagt Bleimehl. Deshalb könne sie sich nicht vorstellen, irgendwann mal damit aufzuhören: "Handball ist mein Leben."