Kunst trifft Krankenhaus

Kunst trifft Krankenhaus

St. Wendel. "Begib dich 72 Stunden an einen Ort, verlasse ihn nicht, lebe dort und dokumentiere." So lautete die Aufgabe, der sich der HBK-Student Fabian Mansmann im Rahmen eines Semester-Projektes im Sommer 2010 stellte

St. Wendel. "Begib dich 72 Stunden an einen Ort, verlasse ihn nicht, lebe dort und dokumentiere." So lautete die Aufgabe, der sich der HBK-Student Fabian Mansmann im Rahmen eines Semester-Projektes im Sommer 2010 stellte. Die Ergebnisse sind nun im Foyer des Marienkrankenhauses zu bewundern, denn Anästhesie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie waren die Orte, die Mansmann für sein Projekt auswählte.Alle seien sich des Kontrastes zwischen Kunst und ärztlichem Alltag bewusst gewesen, erzählt Chefarzt Herbert Nagel bei der Vernissage am vergangenen Donnerstag. "Gerade deshalb waren wir alle sehr gespannt auf die Ergebnisse und darauf, wie wir unseren so abgeschlossenen Arbeitsplatz von Fabian Mansmann dargestellt finden." Eben diese Ergebnisse können nun sechs Wochen lang im Foyer des Krankenhauses bewundert werden. An sechs Stellwänden sieht man Detailaufnahmen aus dem OP, Impressionen aus Licht und Schatten und auch Alltägliches.

Distanz wahren

Spannend ist dabei, wie Fabian Mansmann es schafft, trotz großer Nähe zum Geschehen immer noch eine gewisse Distanz zu wahren, die die Privatsphäre der Patienten nicht verletzt und dennoch sowohl den menschlichen, als auch den technischen Aspekt der ärztlichen Arbeit darstellt.

Da gibt es Fotografien vor und während der Operationen, fast gänzlich schwarze Bilder von leeren Fluren, aber auch Fotos von Karikaturen auf Ärztekitteln, die vor allen anderen belegen, dass man es als Patient eben nicht nur mit Halbgöttern in Weiß, sondern mit Menschen zu tun hat. "Ich habe natürlich großen Wert auf Ästhetik gelegt", erklärt Fabian Mansmann bei der Vernissage. "Aber es war mir auch wichtig, meine persönlichen Eindrücke wiederzugeben: Konzentration, Erschöpfung, Menschlichkeit." Dabei habe er seine Wahrnehmung sehr gut schulen können und gelernt, an welchem Punkt sich die Wahrnehmung auch schlagartig ändern kann.

"Der Künstler muss immer wieder mal zwischen Leben und Arbeiten nicht unterscheiden können", erklärte Rolf Sachsse, Professor an der Hochschule für Bildende Künste. Das sei Fabian Mansmann mit seinem Projekt gut gelungen und so habe man eine einmalige Auswahl an Bildern für das Marienkrankenhaus zusammenstellen können. "Wir haben hier einen Studenten mit sehr hohen Ambitionen", lobte Sachsse. "Das kann man an den Bildern erkennen und ich bin mir sicher, wir werden noch viel von Fabian Mansmann hören."