Triefende Nasen trotz milden Winters

Triefende Nasen trotz milden Winters

Der Dezember in Saarbrücken war warm wie seit Jahrzehnten nicht. Weniger Kranke gibt es deswegen aber nicht. Immerhin spart die Stadt Geld und kann Bauarbeiten fortsetzen. Doch die Kälte kann noch kommen.

Ja wann kommt er denn nun endlich, der Winter? Seit Wochen droht immer wieder die große Kältewelle, nur im Saarland kommt sie irgendwie nie an. Mit 3,5 Grad Celsius im Schnitt war der vergangene Dezember einer der mildesten seit Jahrzehnten. Schon die beiden vorangangenen Dezember waren äußerst warm. Doch welche Auswirkungen hat dieser milde Winter überhaupt für Saarbrücken und die Saarbrücker?

"Was wir natürlich feststellen ist, dass es keine klassischen Glätteunfälle gibt", sagt Michael Kulas, Arzt bei der Kassenärztlichen Vereinigung. Dass bei Temperaturen deutlich über dem Gefrierpunkt auch die klassischen Winterkrankheiten wie Grippe oder Erkältung abnähmen, sei aber ein Trugschluss: "Wir haben viele Erkrankungen, die sich sehr lange hinziehen. Teilweise sind Patienten drei bis vier Wochen richtig krank." Denn das milde Wetter ist verführerisch. Der dicke Wintermantel bleibt mottenpapierbehangen im Schrank und die Wollsocken irgendwo tief in der Schublade. "Das Problem ist, dass sich die Patienten nicht dementsprechend kleiden", sagt Kulas. Paradiesische Verhältnisse für Grippe und ihre Spießgesellen.

Der Stadtverwaltung kommt der bisherige Winter allerdings im Moment gelegen. So kann der Gebäudemangementbetrieb an der Kindertagesstätte und Nachmittagsbetreuung Rußhütte sowie den Kindertagesstätten Füllengarten und Franzenbrunnen weiterbauen. Zudem konnte das Amt für Grünanlagen durch die milden Temperaturen die Bauarbeiten am Schulhof der Wallenbaumschule schon im Januar beginnen. Die Bauarbeiten am Außengelände der Kindertagesstätte Jägersfreude mussten gar nicht erst unterbrochen werden. Größere Bauprojekte werden allerdings noch nicht angegangen. Immerhin konnten einige Bauarbeiten, die am 15. November wegen des Weihnachtsgeschäfts reduziert wurden, bereits jetzt fortgesetzt werden.

Gleichzeitig spart die Stadt Streusalz. Zurzeit werden dort noch die Restbestände des vergangenen Jahres aufgebraucht. Und einen weiteren Vorteil hätte der bisherige Winter auch. Im Frühjahr wären dann nämlich auch weniger Schlaglöcher zu reparieren. "Für eine Bilanz ist es aber noch zu früh", sagt Pressesprecher Thomas Blug.

Zudem hat die Stadt im Dezember 8,7 Prozent Heizenergie eingespart, also rund 50 000 Euro gegenüber den durchschnittlichen Kosten der Vorjahre. "Allerdings sind die Heizkosten für das gesamte Jahr 2013, wegen der kalten Monate Februar bis einschließlich Mai, höher als 2012", sagt Blug. Denn damals kam er nämlich noch, der richtig kalte Winter. Und vielleicht steht er in diesem Jahr ja auch erst noch bevor.

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