Vom langsamen Bohren dicker Bretter

Vom langsamen Bohren dicker Bretter

Fast ein Jahr ist Raffaella Del Fa nun in Heusweiler im Amt. Als Zentrumsmanagerin etwas zu bewegen ist nicht einfach, zeigt unser Gespräch mit ihr. Positiv: Das Postgebäude in der Trierer Straße hat den Besitzer gewechselt, was helfen könnte, den Leerstand zu beseitigen.

Man müsste einen neuen Mieter für die frühere Post finden, wünschen sich viele Leute in Heusweiler und zeigen etwas abschätzig auf den unmodern gewordenen, seit langer Zeit leer scheinenden Waschbeton-Bau neben der Kirche. Dabei sind die größten Teile des Hauses vermietet, unansehnlich und leer ist aber ausgerechnet der Teil zur Straße hin. Hier etwas zu bewegen, und sei es nur einen Anstrich, zählt auch zu den Aufgaben der Heusweiler Zentrumsmanagerin Raffaella Del Fa.

Die 33-jährige Diplom-Ingenieurin (vom Planungsbüro Argus concept) aus Saarbrücken kümmert sich seit fast einem Jahr um die Belebung und Aufwertung der Ortsmitte, die als Standort für Wirtschaft und Kultur, aber auch als Wohnort den modernen Zeiten anzupassen ist. Vor allem der Erhalt der Geschäfte und Dienstleister gilt als erstrebenswert. Diese Tätigkeit ist Teil eines Städtebau-Förderprojektes, an dem sich Bund, Land und Gemeinde beteiligen.

Wöchentlich wendet Raffaella Del Fa 20 Stunden für diese Arbeit auf, donnerstags drei in einer Sprechstunde für jedermann im Büro, den Rest bei Terminen mit Gewerbetreibenden, Hauseigentümern oder sonstigen Akteuren aus Wirtschaft, Behörden und Politik.

"Man kann nicht mal so eben schnell was bewegen", weiß Del Fa und erinnert beispielsweise daran, dass die B 268 vom Landesbetrieb für Straßenbau verantwortet wird und nicht von der Gemeinde. Jeder noch so kleine Wunsch sei nach Neunkirchen zu richten.

Die Sprechstunde ist nach Worten der Managerin meist nur schwach besucht, aber das sei keine Überraschung. Dennoch findet sie freundliche Worte für ihre bisherige Arbeit. Vor allem die Lenkungsgruppe (Gewerbe- und Immobilienbesitzer) sei engagiert und ideenreich, freut sie sich.

Wie Raffaella Del Fa im Gespräch mit unserer Zeitung ankündigte, werde ihre Tätigkeit wohl um ein Jahr verlängert. In dieser Zeit ergibt sich womöglich auch ein neuer Zugang - zur Post. Das Gebäude gehört jetzt nämlich nicht mehr einem Fonds in Kanada (was das Verhandeln über Mieter erschwerte - wir berichteten), sondern neuerdings einem Besitzer in Frankfurt. Die Zentrumsmanagerin hat bereits Kontakt. Und hätte nichts dagegen, wenn noch viele weitere Akteure aus Heusweiler mit ihr zusammenarbeiten würden.

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