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Ein Eisenbahnwaggon als Zugpferd

Ein Eisenbahnwaggon als Zugpferd

Die originelle Freilicht-Bühne des Püttlinger Kulturbahnhofs – ein alter Eisenbahn-Waggon – war in die Jahre gekommen. Vor dem Start in die neue Saison hat die Erwerbslosenselbsthilfe Püttlingen (ESH) für eine Komplett-Sanierung gesorgt.

Ein Eisenbahnwaggon als Zugpferd

Jetzt sieht der alte Waggon hinter dem Püttlinger Bahnhof wieder aus wie neu. In Originalton Englisch Rot strahlt das historische Beförderungsteil der Bundesbahn auf den stillgelegten Gleisen. Ob darin früher Fahrräder, Zement, Gepäck oder Kleingetier befördert wurde, weiß Clemens Sebastian, Vorsitzender des Kulturforums Köllertal, nicht so genau. Fest steht aber: Das Teil war schon da, als der Bahnhof 1988 zur Kulturstätte umgewidmet wurde. Und jetzt war es baufällig. Vor allem die Rückseite sei ziemlich löcherig und bunt besprüht gewesen, erläutert Geschäftsführerin Heike Kolling-Krumm.

Die historischen Waggons - es gibt noch einen zweiten - tragen wesentlich zur typischen Bahnhofsatmosphäre bei. Ohne diese urige Kulisse ist die Sommerkonzert-Reihe kaum vorstellbar.

Insgesamt kommen dem Bahnhof pro Jahr 60 000 Euro an Fördermitteln zu. Die Mittel kommen zu je einem Drittel von Land, Regionalverband und Stadt. Stadtkämmerer Hans-Jürgen Kramp hatte die Idee, den Beitrag der Stadt Püttlingen über Sachmittel zu leisten. So steuert die Stadt - als Beitrag für 2014 - das Material zur Waggon-Restaurierung bei. "Bei solch einem Objekt fällt immer etwas an. Ich bin optimistisch, dass wir weiterhin mithelfen können, den Kulturbahnhof zu erhalten", erklärte Bürgermeister Martin Speicher.

Die technische Umsetzung der Arbeiten lag bei der Erwerbslosenselbsthilfe. Jörg Krzywek, Horst Kerpa, Clemens Ingisch und Sascha Walter haben unter Leitung von Schreiner Harald Job für Demontage, Reinigung, Erneuerung und Endmontage gesorgt. Die ramponierten Seitenplatten wurden durch stabiles, querverleimtes Holz mit Buchenfurnier ersetzt. Drei Monate dauerte die Restaurierung des ersten Waggons. Beginn der Maßnahme war am 24. März. Jetzt ist Halbzeit. Nach der Sommersaison kommt der zweite Waggon an die Reihe. Das Problematische an Maßnahmen, die vom Saarbrücker Job-Center unterstützt würden, sei, dass sie immer in ein Konzept passen müssten, erläuterte ESH-Leiter Toni Job. Die Sanierungsarbeiten an den Waggons lassen sich unter den Stichworten "sanfter Tourismus" und "Kulturpflege" zusammenfassen. Wichtig sei auch, so Job, dass die Maßnahmen nach außen hin sichtbar und öffentlichkeitswirksam sind. Diesbezüglich eignet sich der Bahnhof hervorragend.

Die Waggons, so Clemens Sebastian, seien "eine authentische Kulisse" und ihre Restaurierung ein Gewinn für die denkmalgerechte Erhaltung des Kulturbahnhofs. Sebastian: "Die Besucher sehen, dass in unserer Stadt die Erhaltung der historischen Kulturdenkmäler einen großen Stellenwert hat."