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Hohe Lebensqualität im eigenen kleinen Paradies

Hohe Lebensqualität im eigenen kleinen Paradies

135-jähriges Bestehen feiern die Garten- und Blumenfreunde in Sulzbach. Zu seinen besten Zeiten zählte der Verein 400 Mitglieder, heute sind es noch rund 40 Frauen und Männer, die für die Pflanzenwelt sehr viel übrig haben.

"Jeder hat die Sehnsucht nach einem Refugium und einem kleinen Stück Paradies", leitete Mary-Rose Bramer die Feierstunde ein. Die Erste Beigeordnete Sulzbachs bedankte sich im Namen der Stadt für alle Mitglieder, Gönner und Freunde der Garten- und Blumenfreunde Sulzbach. Mit einer kleinen Feierstunde begingen diese am Donnerstagnachmittag ihren 135. Geburtstag, wozu sich etwa drei Dutzend Gäste im Festsaal des Rathauses eingefunden hatten. "Ein großer Teil dieses kleinen Paradieses fällt auf einen eigenen Garten", fuhr Mary-Rose Bramer in ihrem Grußwort fort. Gleichzeitig hob sie die Bedeutung des Gartens hervor, "der mehr denn je wieder aktuell ist".

Brigitte Atz, Vorsitzende der Gartenfreunde , bedankte sich für die Glückwünsche der Stadt und erinnerte an die ehemaligen Vorsitzenden, unter anderem an ihren Vater, der den Verein nach dem Zweiten Weltkrieg wiederbelebt hatte. Sie selbst ist seit dem Jahr 2009 an der Spitze und erinnerte an hohe Mitgliederzahlen jenseits der 250: "Dieses Ziel werden wir wohl nicht mehr erreichen".

Einen großen Teil der Feierlichkeiten nahm ein Rückblick auf die "wechselvolle Geschichte des Vereins" ein, wie es Vorstandsmitglied Günther Paul ausdrückte. Um "eine Art grüne Bürgerbewegung" handele es sich bei dem Verein, der in Einsteins Geburtsjahr, 1879, als "Gartenbauverein für Sulzbach und Umgebung" gegründet wurde.

,,52 engagierte und vorausschauende Bürger" waren demnach für den Startschuss verantwortlich. Bereits ein Jahr nach Gründung initiierte man erste Ausstellungen und heimste erste Preise ein. Dennoch hatten die Gartenfreunde in den ersten Jahren mit starker Interessenlosigkeit zu kämpfen, was kurz vor der Jahrhundertwende beinahe zu deren Auflösung geführt hatte. Gleichzeitig herrschte in den ersten 30 Jahren ein reges Kommen und Gehen, was die Vorsitzenden anbetrifft. Hatte man sich nach der Gründung noch regelmäßig im heutigen Hotel-Restaurant Kirner Eck getroffen, fand man 1922 eine neue Bleibe am Mellin.

Einen regelrechten Stillstand des Gartenbauvereins gab es in den Wirren den Zweiten Weltkrieges.

"Doch wie schon zur Gründung waren es erneut 52 Mitglieder, die den Verein wiederbelebten", so Günther Paul. In der Folgezeit blühte das Vereinsleben auf, teilweise hatte man mehr als 400 Mitglieder. 1970 wurde der Kelterbetrieb eingestellt und Ende des Jahrzehnts erfolgte die Umbenennung zum bis heute gültigen Namen "Garten- und Blumenfreunde 1879 Sulzbach".

Im Jahr 1986 erfolgte ein weiterer Umzug. Diesmal musste man recht kurzfristig für das neue Gerätehaus der Feuerwehr im Hessenland weichen und zog in den Mühlgraben. "Heute hat unser stolzer und hochbetagter Verein noch etwa 40 Mitglieder", resümierte Günther Paul und fügte melancholisch hinzu: "Unseren Zenit haben wir schon lange hinter uns gelassen". Dabei sorge das Vereinsleben für mehr Lebensqualität , und die Begegnungen mit anderen Menschen machten das Leben doch erst lebens- und liebenswert.

Nichtsdestotrotz fügte Horst Degenhardt, das älteste Vereinsmitglied an: "Ich wünsche den Garten- und Blumenfreunden weitere 135 Jahre".

Weitere Grußworte und Glückwünsche gab es unter anderem von den Obst- und Gartenbauvereinen Hühnerfeld-Brefeld und Altenwald sowie auch von den Naturfreunden Sulzbach.