Wirbel im Weihnachtswunderland

Alsweiler. In Alsweiler ist die Himmelsleiter abgeschafft, weil sie zu viele Stufen hat und deshalb unbequem ist. Stattdessen gibt es einen himmlischen Fahrstuhl, der zwischen den nummerierten Wolken und dem Weihnachtswunderland hin und her pendelt

Alsweiler. In Alsweiler ist die Himmelsleiter abgeschafft, weil sie zu viele Stufen hat und deshalb unbequem ist. Stattdessen gibt es einen himmlischen Fahrstuhl, der zwischen den nummerierten Wolken und dem Weihnachtswunderland hin und her pendelt. Fahrstuhlführer Nikodemus (Moritz Neis) versteht sich aufs Bedienen, nimmt aber nur Leichtgewichte mit, auf keinen Fall den 235-Kilo-Mann im Saal. Zu den Leichtgewichten gehören die Elfen Mickie (Mira Trapp) und Puck (Ingo Laub). Sie steigen unterwegs zu, weil sie wegen ihres frechen Mundwerks aus dem Weihnachtswunderland rausgeflogen sind. Von da an zählen sie zu den Hauptfiguren des Stückes "Wie Puck Weihnachten rettet", das der Theater- und Karnevalverein mit seinen Nachwuchsdarstellern im Pfarrheim aufführt.In der Tat: Auf's Maul gefallen sind die beiden Zipfelmützen wirklich nicht. Sie streiten und versöhnen sich, die bewegen sich quirlig und fetzig über die Bühne, hüpfen und stampfen und sprühen nur so vor Einfällen. Dem gesten- und einfallsreichen Puck steht seine Partnerin Mickie, die ein eigenwilliger Süßschnabel ist, kaum nach. Im Weihnachtswunderland dagegen geht es derweil festlich zu. Zwei Engel schmücken den Christbaum, unter dem Geschenke liegen. Lichter und Sterne strahlen und der Bäckermeister Schmeck (Kai Weber) backt eifrig Plätzchen. Mittendrin freut sich Oberelf Timotheus (Miriam Weiss) über die festliche Stimmung. Tolle Auftritte leistet sich der kleine grüne Plätzchendieb (Elija Glaab). Drei Mal stibitzt er dem Bäcker Süßes vom Tisch. Der verfolgt den Pimpf jedes Mal vergeblich mit dem Teigroller und findet das Ganze "einfach unerhört". Bald aber wird der Friede im Weihnachtsland gestört. Puck und Mickie schleichen sich unbemerkt dorthin zurück und tauschen Geschenke, Plätzchenduft, Eiskristalle und Sternschnuppen aus der Wundertruhe gegen Wassereis, Rentierdreck ("Sieht aus wie Lebkuchen") und Scherben. Nun steht Weihnachten auf der Kippe, zumal zu allem Überfluss auch noch die unsympathische Eisprinzessin (Tanja Kirz), der Eiswind (Maria Poth) und zwei bitterkalte Helferinnen auftauchen. Im Nu verwandelt sich das Weihnachtswunderland in eine Eiswüste. "Weihnachten fällt in diesem Jahr aus", frohlockt die Eisprinzessin. Ihren Eiseszauber hat sie nämlich auch über die Herzen der Menschen gelegt - oder will es zumindest versuchen. Die Wende kommt in der Gestalt des anmutigen und milden Weihnachtsengels (Lena Schreiner), der den unheiligen Inhalt der Wundertruhe zurückverwandelt. Den Rest besorgen Puck und Mickie. Die wirklichen Schätze landen wieder in der Weihnachtstruhe, die Kinder im Saal dürfen ihre Wünsche in den Geschenkesack blasen und der Weihnachtsmann (Bruno Rauber) gibt am Ende seinen Segen zu allem Geschehen. Die schauspielerischen Leistungen der jungen Darsteller setzen an den beiden Aufführungstagen unübersehbare Glanzlichter. Hier wachsen Talente heran, auf die der Verein mit Recht stolz sein kann. Das pure Abspulen von Rollen ist den jungen Leuten fremd. Sie leben die Personen, die sie verkörpern. Sie identifizieren sich mit dem Handlungsverlauf. Auf diese Weise reifen sie zu Theaterspielern, die es verstehen, allen Anforderungen, die ihnen in ihren Parts übertragen werden, mehr und mehr gerecht zu werden. Das Publikum merkt das und honoriert die Leistungen mit reichem Beifall. "Rentierdreck sieht aus wie Lebkuchen."Die frechen Elfen Puck und Mickie

Auf einen BlickDie Darsteller des Märchens "Wie Puck Weihnachten rettet":Luisa Theobald, Claire Kuhn, Elijah Glaab, Samuel Mink, charlotte Risch, Maria Poth, Lena Schreiner, Christin Glaab, Tanja Kirz, Kai Weber, Miriam Weiss, Moritz Neis, Mira Trapp, Ingo Laub, Bruno Rauber und Reiner Hoffmann. Masken und Frisuren: Marietta Schreiner, Carina Schreiner und Tanja Spaniol; Licht- und Tontechnik: Patrick König, Mirko Bettinger und Kai Weber; Video-Arrangement: Dirk Hippchen; Bühnenbild: Manuela Rauber; Bühnenbau und Organisation: Technikteam unter Leitung von Torsten Brill. Regieassistenz Dagmar Morsch; Spielleitung und Regie Tanja Glaab. gtr

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