Millimeter-Arbeit bei Vollgas

Drei motorsportbegeisterte Lokalmatadore gingen beim 5. Weiselberg-Automobil-Slalom in Oberkirchen auf die 1000 Meter lange Asphaltpiste. Der Freisener Lukas Werle sowie Raphaela Riebel und Chris Wäger aus Grügelborn hatten für die Clubsport-Rennen gemeldet.

Raphaela Riebel steht mit ihrem Peugeot 206 auf der Wiese in der Warteschleife. Ihr Freund Chris Wäger hat seinen BMW 318 IS noch gar nicht in die Reihe gestellt. "Das kann noch dauern, es wird ja in Gruppen gestartet", sagt der 23-jährige Grügelborner. Die beiden sind am Samstag beim Weiselberg-Automobil-Slalom am Start.

Der Freisener Lukas Werle bereits ist bereits an der Reihe. Der 20-jährige BWL-Student startet mit seinem 92 PS starken Suzuki Swift in der Klasse 3. Zwei Wertungsläufe werden gefahren. "Für mich ist es ein Höhepunkt, vor der Haustür zu fahren", sagt Werle. Gegenüber der Konkurrenz habe er das leistungsschwächste Auto, deshalb war er mit seiner über einer Minute liegenden Laufzeiten zufrieden.

"Das Lampenfieber steigt"

Für Werle ist schon lange Feierabend, da geht es für die Pilotin Riebel und Wäger endlich los. Seit dieser Saison fahren sie auch Berg-Slalom, sonst sitzen die Beiden bei Rallyes gemeinsam im Cockpit. Wäger tritt dann aufs Gaspedal, Beifahrerin Riebel liest das so genannte Gebetbuch, die Notizen mit der Streckenbeschreibung, vor.

"So langsam steigt das Lampenfieber", gesteht die 20-Jährige. Ihr Freund weiß: "Wenn man am Vorstart steht, schnellt das Adrenalin in die Höhe." Wenn dann die Ampel umspringe, schaltet der Körper aber sofort um. Riebel lässt die Kupplung kommen, beschleunigt, geht in die Linkskurve nach dem Start und verschwindet auf der 1000 Meter langen Strecke aus Wägers Sichtfeld. "Raphaela ist noch etwas zögerlich gefahren, doch aller Anfang ist schwer", urteilt Wäger. Am Ende ist seine Freundin Vorletzte. Eine Stunde später darf auch Wäger endlich ran. "Chancen was zu reißen, habe ich keine. Der BMW ist zu lange übersetzt, und Rennslicks habe ich auch nicht drauf", schildert er. Das Wichtigste sei, die Ideallinie zu finden. "Die Tore sind sehr eng gebaut", meint Wäger. Vor der Spitzkehre müsse man gut anbremsen, um sofort wieder beschleunigen zu können. "Die kleineren Autos sind dabei klar im Vorteil", erklärt Wäger.

Seine Laufbestzeit stellt er mit 1:03 Minuten auf. In der Klasse 4 belegt er damit schließlich den 13. Rang. "Ich bin ins Mittelfeld gefahren, es ist gut gelaufen", resümiert der Grügelborner.

200 Fahrer am Start

Rund 200 Fahrer sind am Wochenende durch den Pylonen-Parcours gerast. "Es ist immer eine tolle Sache, wenn ein Rennen so nahe beim Wohnort ist. Mir hat es Spaß gemacht", sagt Wäger. Die Platzierungen haben bei den drei Lokalmatadoren diesmal nur eine untergeordnete Rolle gespielt.