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Marie und Luca statt Apfel und Rakete

Marie und Luca statt Apfel und Rakete

Auch bei Vornamen gibt es eine Mode, allerdings wandelt sich diese nur langsam. Ein Blick auf die Hitparade in St. Wendel zeigt: Die Vorlieben der Eltern haben sich im Vergleich zum Vorjahr kaum verschoben.

Apfel, Irland, Ozean und Rakete findet man in jedem Lexikon. Ungewöhnlich dagegen ist ihr Auftauchen in Vornamensregistern. Doch die Schauspieler Gwyneth Paltrow , Alec Baldwin und Forest Whitaker sowie der Regisseur Robert Rodriguez haben die englischen Entsprechungen dieser Begriffe als Vornamen ihrer Kinder gewählt: Apple , Ireland, Ocean und Rocket. Durch die Präsenz der Prominenten in den Medien bleibt der Öffentlichkeit auch die kuriose Namenswahl für ihren Nachwuchs nicht verborgen. Aber für welche Namen entscheiden sich Eltern im St. Wendeler Land? Ein Großteil wählt für gewöhnlich weniger ausgefallene Namen; Marie und Luca sind die häufigsten Vornamen von 2014 in St. Wendel geborenen Kindern. Schon im Vorjahr sind diese beiden Namen die Spitzenreiter gewesen. Bei den Mädchen verdrängten Amelie und Emma (jeweils sieben Nennungen) Mia und Sophie von Platz zwei und drei. Bei den Jungen löste Ben mit acht Nennungen Leon vom zweiten Platz ab.

Auf den weiteren Plätzen der Top Ten bei den Jungen stehen Noah (achtmal), Alexander und Luis (jeweils sechsmal) sowie Henry, Luke, Moritz, Nico und Paul (jeweils fünfmal). Bei den Mädchen gehören Sophie (sechsmal), Hannah, Johanna, Leni, Mara und Maria (jeweils fünfmal) und Emilia (viermal) zu den ersten Zehn. Von den Kindern tragen 284 einen Vornamen, 156 zwei und sieben Kinder drei Vornamen. Zwei Kinder tragen mehr als drei Vornamen. Die Namensgebung im Raum St. Wendel spiegelt einen deutschlandweiten Trend wider: Von den 30 häufigsten Vornamen in der Region steht mehr als die Hälfte ebenfalls in den landesweiten Top 30. Das gilt für beide Geschlechter. Die beiden beliebtesten Vornamen in Deutschland waren Emma und Ben.

Das Standesamt St. Wendel beurkundete im vergangenen Jahr 443 Geburten, das sind ungefähr fünf Prozent mehr als im Jahr 2013. Die Gemeinden des Kreises erfassten zusammen 438 Geburten. Die Gemeinde Freisen registrierte zum Beispiel 52 Babys, Marpingen 55, Nohfelden 75, Nonnweiler 73 und Oberthal 46. Die meisten Säuglinge stammten aus Tholey (95), die wenigsten aus Namborn (42).

Neugeborene werden immer an dem Ort beurkundet, wo sie zur Welt kommen. Das bedeutet, dass ein Kleinkind, das in einer der Gemeinden des Landkreises wohnhaft ist, trotzdem in St. Wendel beurkundet sein kann, sofern es dort zur Welt kam. Das Standesamt des Ortes, an dem der Junge oder das Mädchen das Licht der Welt erblickte, vermerkt die Geburt in einem Melderegister. Aus diesem entnehmen die einzelnen Gemeinden dann die Zahl der Kinder, die in der entsprechenden Gemeinde leben.

Die meisten Mütter brachten ihren Nachwuchs im Marienkrankenhaus St. Wendel zur Welt. Astrid Anna Oertel, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit in der Marienklinik, meinte: "Im Marienkrankenhaus St. Wendel hat sich die Geburtenzahl 2014 im Vergleich zum Vorjahr durchaus positiv entwickelt." Während dort 2013 429 Säuglinge das Licht der Welt erblickten, waren es im vergangenen Jahr 441. Die Zahl der Kinder, die innerhalb der Gemeinden geboren wurden, war dagegen sehr gering. Lediglich in den Gemeinden Freisen (2) und Tholey (1) gab es Hausgeburten . Die Gemeinde Nohfelden konnte keine Angaben zu der Zahl der Hausgeburten machen. Sieglinde Schu, leitende Standesbeamtin in der Gemeinde Marpingen, erklärte: "Hausgeburten sind selten. Die Eltern gehen lieber auf Nummer sicher und fahren ins Krankenhaus."