Shisha-Bar und Wohnung durchsucht: Razzia mit 100 Polizisten in Saarbrücken

100 Polizisten waren im Einsatz : Erneut Großrazzia der Polizei in Saarbrücker City

Die Polizei wirkte zuletzt eher etwas hilflos, als es vermehrt zu kam. Es gab sogar Verletzte. Saarbrücken erschien auf einmal als unsichere Stadt. hatten die Beamten aber nicht vor, die Situation zum Dauerzustand werden zu lassen.

Eine Ermittlungsgruppe "Rauch" - benannt nach einer im Mittelpunkt der Szene stehenden Shisha-Bar in der Dudweiler Straße - ging zahlreichen Ermittlungsansätzen nach. Zeugen wurden vernommen, Hinweise ausgewertet.

Am Mittwochabend schlugen die Beamten im Rahmen eines so genannten Brennpunkt-Einsatzes in der Innenstadt zu. Es gab auch "gezielte Hausbesuche". Die Razzia umfasste eine Wohnung in Altenkessel und die besagte Shisha-Bar. Der Einsatz begann in der belebten Innenstadt noch vor Ladenschluss. "Die intensiven Ermittlungen, die von der eigens eingesetzten Ermittlungsgruppe unter anderem wegen Landfriedensbruch, Sachbeschädigungen und gefährlicher Körperverletzung geführt wurden, hatten wichtige Ergebnisse zu den Tatverdächtigen erbracht. Um weitere Beweismittel zu finden, hat das Amtsgericht Saarbrücken auf Antrag der Staatsanwaltschaft die Durchsuchung der Wohnung eines Beschuldigten sowie der Gaststätte angeordnet", sagte Einsatzleiter Udo Schneider, Chef der Polizeiinspektion Saarbrücken, der ohne Vorwarnung mit 100 Polizeibeamten zeitgleich zuschlug.

So große Polizeipräsenz gab es öfters in letzter Zeit im Rahmen von Brennpunkteinsätzen. Dieses Mal hatten die Beamten aber auch Gerichtsbeschlüsse und konkrete Ziele. Beamte aus der Karcherstraße, der Verkehrs- und Bereitschaftspolizei, der Operativen Einheiten und die Zivilfahnder der Ermittlungsgruppe „Rauch" und des Kriminaldienstes waren eingebunden. Zoll, Ausländerbehörde und Stadt unterstützten. Schneider ließ keinen Zweifel daran, dass man bandenartige Tumulte in der City nicht dulden werde. Die Fahnder hätten inzwischen Namen ermittelt, Beteiligte im Visier. Mit den Ergebnissen aus den Durchsuchungen hoffe man, gerichtsfeste Beweise zu finden. Außerdem will man die Szene wohl kräftig durcheinanderwirbeln.

Wie die Polizei am späteren Abend in einer Pressemitteilung mitteilte, waren neben dem Umfeld der Johanneskirche und dem „Kaiserviertel“ auch die Bereiche am Saarbrücker Hauptbahnhof sowie am Willi-Graf-Ufer besonders im Blickpunkt.

Bei der Durchsuchung der Shisha-Bar stellten die Einsatzkräfte Beweismittel, wie beispielsweise Axtstiele und Gewindestäbe, sicher.

Bei den weiteren Kontrollen an anderen Brennpunkten wurde unter anderem ein Schlagring sichergestellt. Daneben wurden geringfügige Verstöße gegen zoll- bzw. arbeitsrechtliche Bestimmungen festgestellt. Die Kontrollen liefen bis etwa 22 Uhr.

Foto: BeckerBredel

Polizeichef Udo Schneider: „Die Stärkung des Sicherheitsgefühls der Bevölkerung, das durch die Auseinandersetzungen im November diesen Jahres in Saarbrücken beeinträchtigt wurde, ist ein wichtiges Ziel unserer Maßnahmen. Deshalb setzen wir alles daran, zu verhindern, dass Gruppierungen weiterhin ihre Streitigkeiten in der Öffentlichkeit austragen. Wir sorgen dafür, dass die Menschen in Saarbrücken sicher sind und sich auch sicher fühlen können.“

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