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Mehr als nur Stadtpläne und Landkarten

Navigations- und Karten-Apps sind besonders beliebt bei Internetnutzern. Doch im World Wide Web gibt es noch weit mehr zu entdecken.  
Navigations- und Karten-Apps sind besonders beliebt bei Internetnutzern. Doch im World Wide Web gibt es noch weit mehr zu entdecken.   FOTO: dpa / Florian Kleinschmidt
Saarbrücken. Im Internet finden nicht nur verzweifelte Autofahrer auf der Suche nach ihrem Ziel Hilfe. Hier gibt es auch jede Menge spannendes Kartenmaterial zu den unterschiedlichsten Themen. Ein Überblick. Von Katja Sponholz

Mit einer Hand das Lenkrad greifen, mit der anderen die verknickte Straßenkarte möglichst richtig herum halten, die Ortsnamen mühsam entziffern – und nebenbei auch noch auf den Verkehr achten: Diese Szene aus der analogen Welt gehört längst der Vergangenheit an. Navigationsgeräte und Online-Kartendienste auf dem Smartphone machen das Autofahren zu fremden Zielen heute mühelos und bequem.


Digitale Landkarten sind aber nicht nur dazu da, um sich an fremden Orten schnell zurechtzufinden oder Wegstrecken auszurechnen. Mittlerweile gibt es zu unzähligen Lebensbereichen Online-Karten. Einige von ihnen bieten Orientierung für Freizeit oder Beruf, manche weisen auf bestimmte Entwicklungen auf diesem Planeten hin, und andere wiederum leisten einen historischen Beitrag oder gehören zur Kategorie „just for fun“. Ein kleiner Überblick.

Eine Vorauswahl trifft der Blog des Softwareunternehmens Kaspersky, wobei die Einschätzung „Sieben praktische Karten“ des Internets relativ ist. Aber wer schon immer wissen wollte, wie beispielsweise die Seekabel des World Wide Web funktionieren, wie viel Müll eigentlich um die Erde kreist, wann und wo die Menschen über den Sonnenaufgang twittern oder wo auf der Welt gerade welche Smartphones verwendet werden, findet hier die richtigen Antworten. Selbst Cyberkriminalität lässt sich in Echtzeit beobachten: So zeigt Kaspersky Lab, welche Bedrohungen für Internetnutzer derzeit in den verschiedenen Teilen der Erde registriert werden.



Wie aus einer anderen Welt erscheinen da die Beiträge von Landkarten.de: Mehr als 20 000 verschiedene Weltatlanten, Länderkarten, topographische Landkarten, Straßenkarten, Panoramakarten, Eisenbahnkarten, Postleitzahlenkarten, Stadtpläne und Sonderkarten sind hier im Archiv hinterlegt. „Ein Paradies für Landkartenfreaks und geschichtsinteressierte Menschen, auf der ganzen Welt“, meinen die Autoren der Seite.

Wer sich dagegen lieber intensiv mit dem Thema Mittelalter beschäftigen will, wird fündig auf deutschland-im-mittelalter.de/Landkarten. Geschichtsfreunde können sich hier von der Antike bis zum 16. Jahrhundert klicken und lernen dabei einiges über die Aufteilung der europäischen Gebiete zur jeweiligen Zeit des Mittelalters.

Naturfreunde finden im Internet eine interaktive Weltkarte, die erstmals ganze Gebiete mit einmaligen und bedrohten Säugetieren und Amphibien anzeigt. Nach Angaben der Forscher sollen mit ihrer Hilfe auch jene Arten und ihre Lebensräume besser geschützt werden, die nicht auf der Roten Liste stehen.

Wer sich selbst gerne in der Natur aufhält und sich beim Wandern nicht nur auf seinen Orientierungssinn oder den Faltplan für die Jackentasche verlassen möchte, kann auf GPS vertrauen – und sich beim Blick auf sein Smartphone gleich anzeigen lassen, ob er noch auf dem rechten Weg ist. Sowohl für Wander- als auch Mountainbike-Freunde gibt es diverse Angebote im Netz, regional als auch europaweit mit der passenden App dazu. Doch auch Autofahrer können auf den entsprechenden Service zurückgreifen. Viele Routenplaner geben nicht nur in Echtzeit einen Überblick über Baustellen und die aktuelle Verkehrslage, sondern auch Tipps zum Reiseziel, Sehenswürdigkeiten auf der Strecke und Übernachtungsmöglichkeiten mit Kontaktadressen – unter anderem der ADAC, Falk oder Google Maps.

Wer auf seinen Wegen nicht von den großen Unternehmen abhängig sein will, der kann auf die Seite von OpenStreetMap klicken. Dabei handelt es sich um ein im Jahr 2004 gegründetes Projekt mit dem Ziel, so die Anbieter, eine „freie Weltkarte“ zu erschaffen. Weltweit sammeln sie Daten über Straßen, Eisenbahnen, Flüsse, Wälder, Häuser und alles andere, was gemeinhin auf Karten zu sehen ist.  Die OpenStreetMap-Daten dürfe jeder lizenzkostenfrei einsetzen und beliebig weiterverarbeiten, erklären die Entwickler.

Wer dieses Projekt nicht nur nutzen, sondern Teil der Gemeinschaft werden will, kann sich aktiv daran beteiligen, etwa über sogenanntes Mapping. Dabei werden mit einem GPS-Gerät Kartendaten gesammelt, die Nutzer danach bei OpenStreetMap eingeben könne. Mittlerweile gibt es laut OpenStreetMap schon einige Millionen Accounts.