Mehr als nur ein warmes Essen

An einem Mensa-Neubau im Dillinger Schulzentrum wird das Ernährungsprogramm des Landkreises umgesetzt: Ab Sommer 2013 sollen bis zu 600 Schüler täglich frisch gekochtes und gesundes Essen erhalten.

Dillingen. Für drei weiterführende Schulen entsteht in Dillingen eine gemeinsame Mensa: Die Schüler der Sophie-Scholl-Gemeinschaftsschule (jetzige Integrierte Gesamtschule IGS), des Berufsbildungszentrum TGBBZ und des Technisch-Wissenschaftliches Gymnasium TWG sollen ab dem Schuljahr 2013/14 gemeinsam Mittagessen können. Ein eingeschossiger Neubau entsteht auf der Fläche zwischen IGS und TGBBZ.Anstoß für die gemeinsame Mensa gab die Umwandlung der IGS in eine gebundene Ganztagsschule, an der eine Mittagsverpflegung angeboten werden muss. Weil bislang keines der Häuser im Schulzentrum eine Mensa oder ein Bistro hatte, entstand die Idee, alle Schüler gemeinsam zu versorgen. Aber es soll nicht einfach nur warmes Essen geben, sondern das Ernährungsprogramm des Landkreises zu gesunder Pausen- und Mittagsverpflegung, das an einigen Schulen bereits verankert ist, hier auch umgesetzt werden. Das bedeutet: frische, gesunde und schmackhafte Kost und vor allem Partizipation. Die Schüler der drei Schulen werden von Anfang an mit einbezogen, von der Innenausstattung der Mensa bis zur Auswahl des Caterers.

An allen Schulen führte die Schulentwicklungsplanerin des Landkreises Natalie Sadik Vorgespräche, Ende Juni startet die Zukunftswerkstatt, die grundlegende Fragen klären soll: Was ist notwendig, damit sich die Schüler in dem Neubau auch wohlfühlen und gerne dorthin essen gehen? Denn die Mensa soll auch Aufenthaltsraum und Treffpunkt sein.

Ganz unterschiedliche Zielgruppen müssen bei der Planung berücksichtigt werden, merkt Sadik an. Von den Fünftklässlern an der Gemeinschaftsschule bis zu den Berufsschülern im Blockunterricht. Von jeder Schule nahmen zehn Schüler, Schulleiter und Lehrer am Vorgespräch teil, um die wichtigsten Ideen zu diskutieren: So wünschen sich die Älteren eine Bistroecke mit Stehtischen und einen Außenbereich, die Jüngeren eine eigene Ecke, in der sie auch Bilder aufhängen können. In der Mitte der über 600 Quadratmeter großen Mensa soll ein Begegnungsraum entstehen, der auch für Feste genutzt werden kann, schildert Sadik. In ihren Schulen sammeln die Teilnehmer für die Zukunftswerkstatt nun weitere Ideen und Wünsche.

Bis zu 600 Kinder und Jugendliche sollen täglich in der Mensa essen, bis zu 200 Mahlzeiten gleichzeitig ausgegeben werden. Es soll vor Ort täglich frisch, regional und saisonal gekocht werden, das spiegelt sich in der Ausstattung der Küche, sagt Sadik: "Konvektomaten statt Fritteusen".

Was die zukunftsweisende Mensa kosten soll, ist noch offen, weil noch nicht alle technischen Details geklärt sind, gab das Landratsamt an. Der Baubeginn soll im Herbst sein, im Sommer 2013 soll die Mensa dann öffnen. "Konvektomaten statt Fritteusen!"

Schulentwicklungsplanerin Natalie Sadik

Meinung

Schüler essen da, wo es schmeckt

Von SZ-RedakteurinNicole Bastong

Der Neubau im Dillinger Schulzentrum soll nicht nur richtungsweisend sein, was energetische und klimafreundliche Bauweise angeht, sondern auch was die gesunde Schulverpflegung betrifft. Frisch gekochtes Essen aus regionalen und saisonalen Zutaten soll dort täglich auf den Teller von bis zu 600 Kindern und Jugendlichen kommen - eine echte Herausforderung. Aber das beste Essen nutzt nichts, wenn die Schüler es nicht wollen: Deshalb werden sie von Anfang an einbezogen, dürfen ihre Wünsche zur Ausstattung einbringen und sogar den Koch mit aussuchen. So geht Partizipation! Denn nur wenn sich die Schüler in ihrer Mensa wohlfühlen und es ihnen schmeckt, werden sie auch lieber dorthin gehen als zur Fast Food-Bude.