Kinder denken quer und weiter

„Neuland" ist das Motto der Sommerakademie 2013 für begabte Schüler aus dem Saarland. Dieses Jahr ist sie in Wallerfangen: Im Haus Sonnental nutzen Kinder und Jugendliche die Ferien zum Lernen.

Seit 2002 lädt die Beratungsstelle Hochbegabung im Saarland jährlich Schüler der Klassenstufen drei bis sechs zur Sommerakademie. 2003 kam mit der Juniorakademie ein Angebot für Jugendliche der Klassen sechs bis neun hinzu. Doch in diesem Jahr, erklärt Herbert Jacob, Leiter der Beratungsstelle, betrete man Neuland: Denn nach mehr als zehn Jahren in Homburg kommen die begabten Schüler in den letzten beiden Ferienwochen erstmals am Ortsrand von Wallerfangen im Haus Sonnental zusammen.

"Neuland" lautet deshalb auch das Motto, gewählt in Abstimmung mit den zwölf Betreuern, die sich die Teilnehmer kümmern: 35 in der Junior- und 49 in der Sommerakademie. "In den Themenschwerpunkten arbeiten die Teilnehmer in ihrem Tempo allein, zu zweit und in der Gruppe", erklärt Jacob. Dabei geht es nicht um Stoff aus dem Lehrplan, vielmehr will um das "Quer- und Weiterdenken". Uhren, die im Binärsystem die Zeit anzeigen, Eigenheiten der Saarländer, der nachhaltige Umgang mit Kleidungsstücken, Utopien - vielfältiger könnten die Themen kaum sein, mit denen sich die Kinder am Vor- und Nachmittag beschäftigen.

Daneben bleibt aber viel Zeit für Sport und Musik. "Das Gelände ist sehr weitläufig und weit draußen. Auch die vielen kleineren Seminarräume ermöglichen ein anderes Arbeiten", meint Michaela Reimringer, Lehrerin am Warndtgymnasium Völklingen. Selbst der dürftige Internetempfang ließe sich verschmerzen: "So lernen die Kinder auch mal wieder in Büchern und Zeitungen zu recherchieren. Oder aber sie fragen einfach die älteren Teilnehmer", sagt sie.

Reimringer kennt die Akademie noch aus der eigenen Schulzeit, war als Referendarin dabei und leitet nun die beiden Akademien. "Ich schätze es, dass wir hier die Kinder viel stärker als Individuen wahrnehmen."

Die Jungen und Mädchen kommen aus dem gesamten Saarland, die meisten wurden von der Schule vorgeschlagen. "Ich habe mich mit meinen Eltern beworben", erzählt Jonathan, 10, aus Eppelborn. "Ich finde es schön, dass nur eine begrenzte Anzahl von Schülern zugelassen ist. Es ist viel angenehmer, ganz anders als in der Schule." Als Schule empfindet auch Johanna, 13, aus Geislautern die Akademie nicht: "Vielmehr als Ferienfreizeit".