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Was man in der Schule nicht lernt

Die jungen Akademie-Teilnehmer haben zwei Wochen theoretisch und praktisch in den Werkstätten gearbeitet. Zum Abschluss präsentierten sie ihre Ergebnisse. Foto: Carolin Merkel
Die jungen Akademie-Teilnehmer haben zwei Wochen theoretisch und praktisch in den Werkstätten gearbeitet. Zum Abschluss präsentierten sie ihre Ergebnisse. Foto: Carolin Merkel FOTO: Carolin Merkel
Wallerfangen. Schüler aus dem ganzen Saarland treffen sich freiwillig zum Lernen – in den Sommerferien. Keine Zeitverschwendung, da sind sie sich nach zwei Wochen Junior- und Schülerakademie in Wallerfangen einig. Carolin Merkel

"Wir haben fünf Firmen gegründet und konnten uns mit unseren Produkten gut am Markt behaupten. Nach zwei Wochen stehen alle Firmen mit einem positiven Ergebnis da", erklärt der 16 Jahre alte Philip Oppenländer und strahlt. Er ist in seinem Element: Im Wirtschaftskurs der saarländischen Schülerakademie im Haus Sonnental in Wallerfangen hat er viel gelernt: "Vor allem lernt man hier Sachen, die im normalen Schulalltag nicht angeboten werden", sagt er.

Das kann der 17-jährige Lukas Michel nur bestätigen. Der Oberstufenschüler am Neunkircher Gymnasium am Steinwald hat im Kurs Elektrotechnik und Informatik ein Schlagzeug gebaut, das durch ein Computerprogramm selbstständig Rhythmen spielen kann. Beide Gymnasiasten sind nicht zum ersten Mal bei den saarländischen Akademien dabei, sie haben schon positive Erfahrungen gesammelt und schätzen vor allem das fächerübergreifende, praktische Arbeiten, berichten sie. "Vor drei Jahren hat mich mein Lehrer angesprochen und für die Juniorakademie vorgeschlagen. Die beiden Wochen haben mir so gut gefallen, dass ich mich bei der nächsten Runde selbst beworben habe", erzählt Lukas. Normalerweise, betont Akademieleiter Herbert Jacob, Leiter der Beratungsstelle Hochbegabung in Dillingen, werden die Plätze an Schüler vergeben, die eine Empfehlung von der Schule haben. "Aber wir setzen auch viel auf Eigenmotivation", betont er.

So wie bei dem 14-jährigen Niklas Wolf aus Göttelborn. Er hat sich im vergangenen Jahr beworben und ist froh, dass er auch in diesen Sommerferien erneut im Haus Sonnental mit Gleichgesinnten arbeiten, lernen, aber auch Spaß haben kann. Denn der, betont Jacob, kommt bei allem Wissensdurst nicht zu kurz.

Neben fünf Zeitstunden täglich in den Werkstätten der Schülerakademie (für die Oberstufe) und Juniorakademie (für die Klassen sieben bis neun) gibt es ein umfangreiches Sport- und Musikprogramm sowie Exkursionen. "Man kommt hier an und lernt gleich die ersten Leute kennen. Vor allem aber ist die Arbeit in den Werkstätten sehr kommunikativ", erzählt Niklas.

Während die Schülerakademie in den Werkstätten in verschiedenen Fachbereichen gearbeitet hat, war das übergreifende Thema der Juniorakademie die "Unendlichkeit". Hier zeigt die zwölfjährige Ronja Ley aus Altforweiler die Roboter, die in Anlehnung an Science-Fiction-Filme entstanden sind. "Ich fand es toll, dass wir zusammen mit den Oberstufenschülern hier waren. Da gab es viele Gespräche, die sonst in der Schule nicht stattfinden", sagt sie.

Die 16-jährige Selina Moritz aus Oberlinxweiler, bringt es schließlich auf den Punkt: "Die Akademie ist auf keinen Fall eine Verschwendung der Sommerferien ".