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„Größte Baustelle im Saarland“

„Größte Baustelle im Saarland“

Der Lisdorfer Berg bei Saarlouis verändert sein Gesicht. Das Gelände wird modelliert und mit Infrastruktur ausgestattet: für das größte im Bau befindliche Industriegebiet in Südwestdeutschland. Eine SZ-Serie zeigt Menschen, Maschinen und Ingenieursleistungen. Heute: der Stand der Dinge.

Mit 1500 bis 2000 Arbeitsplätzen allein im ersten Bauabschnitt des künftigen Industriegebiets Lisdorfer Berg rechnet Thomas Schuck, Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (gwSaar). Zum Vergleich: Auf dem benachbarten Überherrner Häsfeld (50 Hektar) seien es inzwischen rund 1000 Jobs.

Das Interesse an dem 100-Hektar-Gelände (67 davon Industriefläche) in Saarlouis-Lisdorf sei groß, und da ist ja noch eine Reserve von 40 Hektar, die bei Bedarf zusätzlich erschlossen werden könnten.

Zwei Drittel des ersten Bauabschnittes seien bereits für Unternehmen reserviert, mit denen die gwSaar konkret verhandele, sagt Schuck. Mit sieben Firmen sei man besonders weit gediehen. Von zweien erwarte man, dass sie noch dieses Jahr anfangen zu bauen.

Namen nennt Schuck nicht, wohl aber: "Es ist genau die Art Mix, auf die wir gehofft haben. Textilhersteller, Maschinen-Anlagebau, Forschung, Entwicklung, kein logistischer Schwerpunkt, und die Interessenten kommen vor allem von außerhalb."

Größe, Zuschnitt der Grundstücke und Anbindung lassen den Lisdorfer Berg nach Ansicht von Wirtschaftsminister Heiko Maas "unter den Top Ten in Deutschland" rangieren. "Es gibt derzeit keine vergleichbare, in Entwicklung befindliche, geschlossene Fläche."

Die Modellierung des Geländes liege fast zwei Monate vor dem Plan, befand Maas am Freitag auf der Baustelle. Er lobte die Zusammenarbeit mit der Stadt Saarlouis. Schuck nannte sie "absolut reibungslos". Das bezieht sich derzeit vor allem auf das Baudezernat.

Bald, etwa Ende August, tritt aber auch der Lenkungsausschuss wieder zusammen. Er prüft Bewerbungen von Kaufinteressenten, die bei der gwSaar eingehen: im Ergebnis gibt er dann dem Stadtrat eine Empfehlung, einem Bauantrag zuzustimmen oder nicht. Damit hat ein Interessent relativ schnell Klarheit, woran er ist. Zum anderen verschafft sich die Stadt mit diesem eigens vertraglich vereinbarten Ausschuss Einfluss auf die Auswahl der Firmen, die auf dem Lisdorfer Berg siedeln.

Bis Ende des Jahres soll das Gelände insgesamt modelliert sein. Bis Ende 2014 soll alles fertig sein, bis hin zu Strom und Wasser. 45 Millionen Euro kostet das; 16 Millionen kommen von der EU.

Seit Freitag gehören auch die letzten 1000 Quadratmeter der Ansiedlungsfläche im ersten Abschnitt der gwSaar; der letzte von 150 Landeigentümern habe nach zähen Verhandlungen verkauft, berichtete Schuck gestern.