Stets im Dienste der Burganlage

2018 wird die Fördergemeinschaft Teufelsburg 50 Jahre alt. Viele aktive Helfer sind gefragt, wenn die Burganlage dauerhaft attraktiv bleiben soll. Das stellte Holger Zenner, Vorsitzender der Fördergemeinschaft, dar.

"Stimmt." Holger Zenner geht Dateien mit Vereinssatzungen auf seinem Tablet durch. "Seit 19. April 1968 gibt es die Fördergemeinschaft Teufelsburg . 2018 wäre dann das 50. Jahr." Wir sitzen im "artcafé im Kastell Teufelsburg ". Draußen vor der Tür beginnt die Zuwegung zur Burg. "Das Gebäude war womöglich mal ein Torhaus der Burg", berichtet Inhaberin Leni Lecomte. Beim Umbau habe man alte Steine gefunden mit dem Zuschnitt wie auf der Teufelsburg . Im Hof liegen noch Pflastersteine. "Die sind so alt, die gibt es heute gar nicht mehr", sagt Lecomte. "Auch Gastronomie wollen wir in das Konzept Teufelsburg integrieren", sagt Zenner dazu.

Zurück gehen diese Überlegungen auf den Burgenexperten Joachim Zeune. Der erstellte 2009 für die Gemeinde Überherrn ein touristisches Gesamtkonzept. "Er hat uns gezeigt, was möglich ist. Das geht weit über die Gemeinde hinaus. Denn es gibt im Saarland keine Burganlage, auf der Mittelalter, Kultur und Tourismus in dieser Weise dargestellt werden können." Zwischen wuchtigen Sandsteinmauern gab es schon Theater und Feuershows, Musik, Kunst und Ritterspiele. Inzwischen werden im Burgmuseum auch Paare getraut. "Das findet in Kooperation mit der Gemeinde Überherrn statt", sagt Zenner. Aber so langsam wird es eng mit den Helfern für die Veranstaltungen. "Der Verein hat 80 Mitglieder und vieles für die Burg gemacht. Richtig aktiv sind davon noch eine Handvoll." Auch sei der Anteil an älteren Personen sehr hoch.

"Dass die Fahne im April hoch geht und im Oktober runter, das steht außer Frage. Aber ob wir dauerhaft noch große Veranstaltungen machen können?" Vieles mache er selbst, neben Beruf und Familie. "Aber ich bin jetzt einfach platt. Es geht nicht, das alles allein zu stemmen. Die Strukturen stehen, doch wir brauchen mehr aktive Helfer. Und der Mitgliedsbeitrag ist gerade mal zwölf Euro im Jahr." Funde sind zu archivieren, Veranstaltungen zu organisieren und vorzubereiten. Es brauche Leute, die sich mit der Geschichte beschäftigen und solche, die Informationen sortieren. Die Internetseite muss modernisiert werden. Dazu kommen Führungen durch Burg und Museum. Fast 700 Jahre ist die Teufelsburg alt. Ab Mitte der 1960er Jahre wurde aus einem riesigen Schutthaufen die heutige Anlage errichtet. Zenner: "Es geht jetzt darum, dass wir es schaffen, das ganze Jahr für die Burg da zu sein. Und als aktiver starker Verein 2018 die 50 Jahre zu feiern."

teufelsburg1.de

Meinung:

Ritterliche Helfer gesucht

Von SZ-Redakteurin Esther Maas

Ein Jubiläum ist stets ein Grund zur Freude. So ist das sicher auch bei der Fördergemeinschaft Teufelsburg , die in zwei Jahren 50 Jahre alt wird. Für die Vorbereitung einer solchen Feier sind Menschen gefragt, die mitanpacken wollen. Viele Vereine, so auch die Fördergemeinschaft, plagen aber Nachwuchssorgen. Veranstaltungen zu stemmen, wird somit immer schwieriger. Mit ganz viel Engagement hat es die Fördergemeinschaft in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Überherrn in den vergangenen Jahren geschafft, die Burganlage zu restaurieren und attraktiv zu machen. Und wenn sich die Ritter die Ehre geben, kommen die Besucher stets in Scharen. Auch viele junge Leute sind vom mittelalterlichen Treiben fasziniert. Da wäre es doch schön, wenn gerade sie sich in der Fördergemeinschaft engagieren würden.

Zum Thema:

Auf einen Blick Die Teufelsburg geht in den Winterschlaf. Am Sonntag, 16. Oktober, beendet die Fördergemeinschaft Teufelsburg die Saison 2016 traditionell mit Senkung der Fahne. Beginn der Veranstaltung ist um 13 Uhr, mit dabei ist der Fanfarenzug Ensdorf. Um 15 Uhr liest Elke Schwab im Burgmuseum aus ihrem Kinderkrimi vor. Der Eintritt ist frei. az

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