Altforweiler kämpft für ein Dorfgemeinschaftshaus

Dorfgemeinschaftshaus : Mobil-Machung soll in Altforweiler Entscheider aufwecken

Initiative über Parteigrenzen hinweg setzt sich für ein Dorfgemeinschaftshaus im Überherrner Ortsteil ein. Adressat ist der Gemeinderat.

„Wir wollen Klarheit haben vom Gemeinderat, wie es hier in Altforweiler weitergeht.“ Ortsvorsteher Gerhard Hewer (SPD) stand am Samstagmorgen im Nieselregen am Ortseingang aus Richtung Neuforweiler. Mit Johannes Bro, dem Vorsitzenden des CDU-Ortsvereins, und mit Markus Gersing, dem Vorsitzenden der Ortsinteressengemeinschaft (OIG) hängte er ein unübersehbares weißes Banner auf. „Die Weichen werden gestellt“, steht darauf. Außerdem Datum und Uhrzeit der Gemeinderatssitzung am kommenden Donnerstag im Kulturhaus Überherrn.

Möglichst viele Bürgerinnen und Bürger sollen dort hin, wünschen sich die Initiatoren des Banners. Denn es gehe um das neue Dorfzentrum. Und damit letztlich um eine wichtige Entscheidung für Dorf- und Vereinsleben. „Jetzt muss was passieren“, forderte Hewer. Sollte es auch diesmal keine vernünftige Lösung für Altforweiler geben, müsse über Alternativen nachgedacht werden. „In den 30er Jahren haben die Leute die Kirche selbst gebaut. Vielleicht muss man auch mal drüber nachdenken, ein Dorfgemeinschaftshaus selbst zu bauen, auch über Sponsoren.“ Denn über 20 rege Vereine habe der Ort, die Platz bräuchten, machten die drei deutlich. Dazu kämen Veranstaltungen von Festen bis Senioren-Nachmittagen. Engagierte Menschen hielten all das im Laufen. Aktives Ehrenamt, das in Politiker-Reden immer wieder als wichtig herausgestellt werde.

„Wir haben ein intaktes Vereinsleben“, fasste Hewer zusammen. „Soll erst alles den Bach runtergehen?“ Altforweiler brauche endlich eine passende Stätte. Ausreichend Platz, auch mit zeitgemäßen Sanitäranlagen und barrierefrei. Davon unabhängig sei die Debatte über ein gemeinsames Feuerwehrgerätehaus für drei Löschbezirke am Standort Altforweiler. Diese Idee käme aus der Politik, ohne dass es konkrete Angaben zur Realisierung gebe. Vielmehr habe das eine hochemotionale Stimmung verursacht. Die blockiere Diskussionen über sinnvollen Lösungen für das Dorfzentrum. In Sachen Dorfzentrum würden sie nicht nochmals aus einer Haushaltssitzung gehen, und der Punkt sei von der Tagesordnung genommen. Das habe es 2017 schon gegeben. Deshalb die Mobilisierung der Öffentlichkeit, unter anderen über einen offenen Brief im Überherrner Nachrichtenblatt. Und nun das Banner. Viele Leute sollen die nächste Gemeinderatssitzung in Überherrn besuchen, da es um eine Entscheidung gehe, die über den Ort hinaus wirke. Aber auch „für eine faire Entscheidung, mit der jeder leben kann“, sagte Hewer. „Und wo man sich anschließend noch in die Augen schauen kann.“

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