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Rastgebiete bieten vielen Tieren Lebensraum, Schutz und Zuflucht „Natura 2000“ will europäische Schutzgebiete verbinden

Rastgebiete bieten vielen Tieren Lebensraum, Schutz und Zuflucht „Natura 2000“ will europäische Schutzgebiete verbinden

Felix Sebastian vom Ministerium für Umwelt informierte im Dillinger Rathaus über „Rastgebiete im mittleren Saartal“. Im Mittelpunkt stand das Vogelschutzgebiet rund um den Dillinger Ökosee. Hier sind 58 Brut- und Rastvogelarten gezählt worden

"Natura 2000" ist eine europäische Naturschutzkonzeption auf Grundlage der EG-Vogelschutzrichtlinie aus dem Jahr 1979 und der FFH-Richtlinie (Fauna, Flora, Habitat) aus dem Jahr 1992. Das Ziel der Staaten der Europäischen Union ist damit die Erhaltung der biologischen Vielfalt in Europa und der Aufbau eines zusammenhängenden Netzes europäischer Schutzgebiete.

Nach den Vorgaben der beiden Richtlinien muss jeder Mitgliedstaat Gebiete benennen, die für die langfristige Erhaltung von wildlebenden Vogelarten oder von europaweit gefährdeten Lebensräumen, Tier- und Pflanzenarten bedeutend sind. In Deutschland sind dafür die Bundesländer zuständig. Für das Natura 2000-Netz hat eine systematische, an den Bedürfnissen der Natur ausgerichtete Gebietsauswahl.

Die Meldung der Gebiete erfolgte nach fachlichen Gesichtspunkten, politische oder wirtschaftliche Interessen durften bei der Gebietsauswahl nicht berücksichtigt werden. Die Meldung der saarländischen Gebiete ist seit 2006 abgeschlossen (Ministerium für Umwelt).

Weitere Informationen gibt es im Internet.

saarland.de/natura2000

Gut 20 interessierte Bürger, darunter zahlreiche Stadtratsmitglieder waren der Einladung zur Infoveranstaltung zum Thema "Rastgebiete im mittleren Saartal" in den Sitzungssaal des Dillinger Rathaus gefolgt. Im Saarland, erläuterte Felix Sebastian vom Ministerium für Umwelt, seien insgesamt 125 "Natura 2000 Gebiete" geplant.

Während 66 davon bereits ausgewiesen sind, wird bei 29 Gebieten derzeit die Offenlegung und die damit verbundenen Einwände durch Träger öffentlicher Belange abgewartet (so auch in Dillingen), 17 weitere stehen noch aus. Daneben gibt es elf Fledermausquartiere, bei zwei wird auf die Ausweisung gewartet. "Während wir im Bereich Saar-Pfalz auf viel Widerstand durch die Landwirte stoßen, so war im Bereich um Dillingen nicht zu erwarten, dass es in der Infoveranstaltung zu Diskussionen kommen wird", sagte Felix Sebastian.

Im Mittelpunkt stand beim Kurzvortrag der als Vogelschutzgebiet ausgewiesene Bereich rund um den Ökosee in Dillingen. Er umfasst 115 Hektar der insgesamt 126 Hektar großen Fläche, die als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen werden soll. Zu einem sehr großen Teil gehören diese Flächen zu Dillingen, involviert in das Verfahren, erläuterte Sebastian, seien auch Beckingen und Rehlingen-Siersburg.

Geschützt werden weiterhin vor allem die zahlreichen Vogelarten und deren Lebensraum, das nährstoffreiche Stillgewässer, aber auch der parallele Saarverlauf. Aktuell sind 58 Brut- und Rastvogelarten gezählt worden. Momentan wird die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange abgewartet. Nach der Stellungnahme, sagte Sebastian, folgt ab dem 1. August die Offenlegung. "Wir werden jeden Einwand prüfen, so lange der Schutzzweck beibehalten wird", betonte er.