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Jubiläum 100 Jahre MGV Liederkranz Hemmersdorf fällt aus

Jubiläum ohne Feier : 100 Jahre lebendige Gemeinschaft beim MGV

Der Männergesangsverein „Liederkranz“ aus Hemmerdorf feiert goldenes Jubiläum. Etwas anders hatten sich die Sänger das vorgestellt.

Alles war vorbereitet für ein Fest mit Glanz und Gloria: Für die Feierlichkeiten am 9. und 10. Mai in der Grenzlandhalle zum 100. Jubiläum des MGV „Liederkranz“ Hemmersdorf. Dann machte das Corona-Virus den Sängern und ihrer Chorleiterin einen dicken Strich durch die Rechnung.

„Bereits das Gründungsjahr 1920 lag in einer schicksalshaften Zeit“, schreibt Vorstandsmitglied Gerhard Böhm in einer kurzen Chronik des Vereins. Denn nur zwei Jahre vorher war der Erste Weltkrieg zu Ende gegangen. Die neue Sangesgemeinschaft sollte die Freude am friedlichen und glücklichen Zusammenleben in einer hoffnungsvollen Zukunft demonstrieren. Schon 1919 hatten einige aus dem Weltkrieg heimgekehrte sangesfreudige junge Männer im Ort einen Beschluss dazu gefasst. Nämlich, einen Gesangsverein ins Leben zu rufen und weitere Freunde für das Singen zu begeistern.

Die Idee ging zurück auf Arbeiter im Kalksteinbruch der Dillinger Hütte in Hemmersdorf. Dort waren Gustav Rennard, Matthias Lellem, Franz Singer, Jakob Jager sowie ein Arbeitskollege namens Griedlich aus Ihn beschäftigt. Die sangen in der einstündigen Mittagspause und auf dem Heimweg von der Arbeit herzerfrischende Lieder.

Schließlich fand die spontane inoffizielle Gründungsversammlung am Pfingstmontag 1919 im Gasthaus Franz Singer statt. Nach Erledigung der Formalitäten wurde ein halbes Jahr später als offizielles Gründungsjahr 1920 ins Vereinswappen eingetragen. Erster Vorsitzender war Josef Neisius, von 1920 bis 1945.

Seit 2018 und als 18. ist es Dietmar Splettstößer. Von den insgesamt sieben Dirigenten war Johann Nikolaus Schmitz der erste, Elena Kopp führt seit 2014 den Hemmersdorfer Männerchor.

Bis heute halten die Sänger unter dem Motto „In Freud‘ und Leid zum Lied bereit“ eine lebendige Vereinsgemeinschaft aufrecht. Damit ist der „Liederkranz“ ist aus dem kulturellen Leben von Hemmersdorf und Umgebung nicht mehr wegzudenken. Er trägt seinen Anteil bei Dorffesten, Konzerten, Gottesdienstgestaltungen und beispielsweise beim Volkstrauertag. Außerdem bereichert er den Alltag in Altenheimen der Gemeinde mit regelmäßigen Gesangsbeiträgen. Ein Höhepunkt im Veranstaltungszyklus ist die Donatuskirmes. Der Gesangverein hat dieses traditionsreiche Fest im Ort wiederbelebt. Über die Grenze hinweg halten sie den Kulturaustausch aufrecht mit einer deutsch-französischen Sängerpartnerschaft.

Das Repertoire des MGV „Liederkranz“ schlägt eine Brücke zwischen traditionellem und modernem Liedgut. Trotzdem ist der Nachwuchs, wie in vielen anderen Gesangsvereinen, nicht mehr so reichlich vertreten. Einen Ausgleich schafft hier die Freundschaft mit dem MGV „Germania“ Rehlingen“. Dabei spielt die gemeinsame Dirigentin Elena Kopp eine wichtige Rolle. Somit sind für Auftritte mehr Sänger verfügbar, mit insgesamt ausdrucksstarkem und hohem Niveau.

Trotz Corona-Virus lassen die Sänger des „Liederkranz“ die Köpfe nicht hängen, teilt Böhm mit. Dirigentin Kopp und einige Vorstandsmitglieder haben den Sängern Probenmaterialien bereitgestellt. Auf diese Weise können Stimmen und Lieder im Selbststudium trainiert werden für künftige Auftritte. Interessierten Sängern macht Böhm Mut und wendet sich „an alle Duschen-, Autofahrer- und Sportvereinssänger“. Die sollten sich einfach mal trauen mitzumachen.

50. Vereinsjubiläum des MGV „Liederkranz“ Hemmersdorf Foto: az
Die Vereinsfahne der Hemmersdorfer Sänger Foto: az

Eine Festschrift mit Vereinschronik und weiteren Details veröffentlicht der MGV „Liederkranz“ Hemmersdorf Ende Mai 2020. Diese wird bei den Sängern sowie dem Vorstand erhältlich sein.