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Engagement
Ohne Helfer droht Adventmarkt das Aus

Der Siersburger Adventmarkt mit seinem mittelalterlichen Flair war stets gut besucht. Das Eseltaxi, wie hier 2016, lockte vor allem die Kleinen.
Der Siersburger Adventmarkt mit seinem mittelalterlichen Flair war stets gut besucht. Das Eseltaxi, wie hier 2016, lockte vor allem die Kleinen. FOTO: Thomas Seeber
Siersburg. Der Siersburger Adventmarkt muss sich neu erfinden: Nachdem zwei der drei Kooperationspartner weggefallen sind, steht der beliebte Weihnachtsmarkt nun vor dem Aus – oder vor einem Neuanfang. Von Nicole Bastong

Anfang März kam die schlechte Nachricht: Der beliebte und stets bestens besuchte Siersburger Adventmarkt rund um die Itzbacher Kirche kann so wie bisher nicht mehr stattfinden. Der Heimat- und Verkehrsverein (HVV) Siersburg, mit seiner Ritterschaft eine der drei tragenden Säulen in der Organisation des stimmungsvollen Marktes, hatte die Entscheidung getroffen, 2018 nicht mehr als Kooperationspartner zur Verfügung zu stehen. Veranstalter des Marktes ist die Gemeinde Rehlingen-Siersburg, bisher stets mit großer ehrenamtlicher Unterstützung des HVV und des Beschäftigungsprojektes der Awo in Rehlingen. „Die Beweggründe und persönlichen Entscheidungen der Verantwortlichen, die in mehreren Nachbesprechungen diskutiert wurden, können wir nachvollziehen“, sagt der Beigeordnete Joshua Pawlak für die Gemeinde Rehlingen-Siersburg. „Über zehn Jahre hat der HVV sich hier eingebracht, doch nun wurde es einfach zu viel.“


Die Gründe sind dieselben wie auf vielen Festen: Viel Arbeit verteilt sich auf immer weniger Schultern, die Vereine finden nicht mehr genügend Helfer, um die Organisation von Auf- bis Abbau so zu verteilen, dass alle noch mit Freude bei der Sache sein können. „Der HVV hat ehrenamtlich jedes Jahr mehrere hunderte Arbeitsstunden beim Adventmarkt geleistet“, betont Pawlak und auch, wie dankbar die Gemeinde für die erfolgreiche Zusammenarbeit ist.

Doch wie kann die Tradition des Adventmarktes weitergeführt werden? Um über Lösungsansätze, mögliche andere Kooperationspartner und über die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft (AG) Adventmarkt offen zu diskutieren, hatte der Beigeordnete Pawlak Mitte März zu einem ersten Treffen im Rathaus alle Vereine, Organisationen und Privatleute, die am Weiterleben des Adventmarktes interessiert sind, eingeladen. Über viel positive Rückmeldung konnte sich Pawlak dann auch freuen. Denn eines steht fest: „Ohne viel ehrenamtliches Engagement wird es auch in Zukunft nicht gehen.“ Die Gemeinde als Veranstalter wolle sich keineswegs zurückziehen, versichert er, mit Ordnungsamt und Bauhof sei sie weiterhin dabei, doch sie könne nicht auffangen, was durch den Ausfall des HVV wegbreche.



Ein Unglück kommt selten allein, zwischenzeitlich brach auch noch der zweite Kooperationspartner weg, berichtet Pawlak: Das Beschäftigungsprojekt der Awo, das sich insbesondere bei den Vorbereitungen bisher viel eingebracht habe. „Durch eine personelle Umstrukturierung kann die Awo künftig nicht mehr dabei sein“, bedauert er.

Trotzdem zeigt sich der Beigeordnete nach den ersten beiden Treffen mit den möglichen AG-Mitgliedern vorsichtig optimistisch: „Ich bin sicher, dass der Adventmarkt weitergeführt wird. Doch offen ist noch, wie das aussehen wird.“ 55 Stände hatte der Markt zuletzt, mit einer ausgewogenen Mischung aus örtlichen Vereinen und kommerziellen Anbietern, sagt Pawlak. Ob der Markt in der Größe und damit auch am selben Ort bleiben kann, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

Ein weiteres offenes Treffen der Ehrenamtler, die sich einbringen wollen, findet am Montag, 9. April, um 18.30 Uhr im Rathaus statt. Es soll eine Art Workshop oder Planungssitzung sein, erklärt Pawlak, um gemeinsam ein neues Konzept zu entwickeln oder auch mit neuen Partnern zu schauen, wie Aufgaben umverteilt werden können. Erst danach könne endgültig entschieden werden, ob und wie es weitergeht.