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Saardom-Glocken werden saniert

Pastor Gerhard Jacob weist hier auf einige Schäden an Glocken und Glockenstuhl im Saardom in Dillingen hin. Foto: Johannes A. Bodwing
Pastor Gerhard Jacob weist hier auf einige Schäden an Glocken und Glockenstuhl im Saardom in Dillingen hin. Foto: Johannes A. Bodwing FOTO: Johannes A. Bodwing
Dillingen. Die Glocken des sogenannten Saardoms in Dillingen läuten nicht mehr seit Ende April. Grund sind die in die Jahre gekommenen Glockenstühle in beiden Türmen. Auf etwa 60 000 Euro wurden die Kosten für die notwendige Instandsetzung geschätzt. Von SZ-MitarbeiterJohannes A. Bodwing

Eng ist die gewundene Treppe, die zum Westturm hinaufführt. Roh behauen sind die Steine im Innern des Turms, die Stufen uneben. Fast 25 Meter höher steht die kleine Gruppe schließlich in einem kargen Raum mit alten Elektromotoren.

Hier befindet sich das Geläut, erklärt Pastor Gerhard Jacob den Vertretern des Lions-Club Dillingen. Die brachten eine 1000-Euro-Spende für die Glockensanierung vorbei. Denn seit dem Festakt zum 100-jährigen Jubiläum der Weihe Ende April ist der Saardom stumm. Eine Glocken-Sachverständige des Trierer Bistums hatte festgestellt, dass die Betriebssicherheit nicht mehr gegeben sei.

Einerseits ist Rost ein Problem geworden, das selbst fingerdicke Schrauben knackt. Dazu kommen die enormen Kräfte, die beim Glockenläuten auf das Stahlgestell einwirken. Dadurch beginnen sich manche der Verstrebungen zu lösen. Die Probleme gehen aber schon bei der Elektrik los. Die ist veraltet und befindet sich komplett im Westturm.

Künftig sollen beide Türme eine eigene elektrische Versorgung erhalten. Für das Läutwerk gebe es die ganze Bandbreite vom Läuten per Seil bis hin zu digitaler Steuerung mittels Touchpad. Doch aus Kostengründen komme nur eine möglichst günstige Lösung in-frage, sagt Jacob.

Ähnlich sieht es etliche Meter höher aus. Dort hängen drei wuchtige Glocken in einem Gerüst aus Stahlstreben. Optimal wäre es, die Glockenaufhängung aus Holz zu machen, sagt Jacob. "Das hält länger und klingt besser." Und dazu Glocken aus Bronze. Um das zu finanzieren, wären gut 120 000 Euro erforderlich.

Bronzene Glocken hingen einmal im Saardom, fünf an der Zahl, und mit einem Gesamtgewicht von etwa 11 000 Kilogramm. Vier davon sollen im Ersten Weltkrieg zur militärischen Verwendung eingeschmolzen worden sein. 1924 kamen vier Glocken aus Gussstahl in die Türme. Selbst ihre Klöppel sind aus Stahl.

Diese Glocken wurden im Zweiten Weltkrieg vermutlich nicht abgehängt. Zusammen bringen sie 10 850 Kilogramm auf die Waage. Allein die Josefsglocke hat als größte der vier 4250 Kilogramm. Sie hängt im Ostturm, erklärt Jacob. "Wenn die schwingt, reicht sonst der Platz nicht aus." Vorsichtig geschätzt rechne man derzeit mit etwa 60 000 Euro für die Instandsetzungsarbeiten. Rund die Hälfte davon muss die Pfarrgemeinde Heilig Sakrament stemmen. Die Genehmigung für die Arbeiten komme erst, "wenn die Eigenmittel klar sind", sagt Jacob.

Für Spenden ist ein Konto bei der Kreissparkasse Dillingen eingerichtet unter der Bankleitzahl 593 501 10 sowie der Kontonummer 24-02404-4, Kennwort "Glockensanierung".