Von der Drahtrolle zur Schraube

Wie wird eine Drahtrolle zur Schraube? Die notwendigen Schritte konnten sich Besucher am Samstag in dem 200 Jahre alt gewordenen Unternehmen Nedschroef Fraulautern beim Tag der offenen Tür ansehen.

Die Töpfe, Löffel und Emaillewaren der 1813 gegründeten Blechwarenfabrik in Fraulautern gehören der Vergangenheit an. Heute steht tonnenschwer aufgerollter Draht in den Hallen von Nedschroef Fraulautern. Wie daraus Schrauben werden, konnten sich Besucher am Samstag beim Tag der offenen Tür ansehen. Maschinen ziehen den Draht zur Verarbeitung ein, dann kommt auf der anderen Seite etwas heraus, das einer Schraube schon recht ähnlich sieht. "Das Gewinde machen wir erst später", erklärte Daniela Weiler-Bickelmann, Assistentin des Managements. Das trage zur besseren Härte bei.

Dafür kommen die Rohlinge zwischen zwei Stahlplatten mit schrägen Rillen. In kaltem Zustand wird dann das Gewinde in die Schrauben hineingewalzt. "Raten Sie mal", fragte Weiler-Bickelmann schmunzelnd, "wie viele von einer Millionen Schrauben dürfen einen Fehler haben? - Keine."

Denn sie werden in Autos eingebaut, und dafür seien die Qualitätsanforderungen enorm. Deshalb durchlaufen die Schrauben zahlreiche Stationen zur weiteren Bearbeitung. Da wird das Öl vom Pressvorgang entfernt, in einem mehr als containergroßen Ofen erfolgt bei um die 850 Grad Celsius der Härtevorgang, dann wird mit Härteöl abgeschreckt.

Denn die kleinen Metallstifte dürften im Auto nicht Schlapp machen, trotz Winterkälte, Sommerhitze und mechanischer Beanspruchung. Inzwischen stellt Nedschroef auch Aluschrauben her. Sie helfen mit Gewicht einzusparen. "Hier werden die aus Aludraht auf Maß geschnitten", stellte Mitarbeiter Henry Schelb neben einer mannshohen Maschine dar. Besucher dominierten am Samstag die Anlagen von Nedschroef Fraulautern. Ansonsten arbeiten hier rund 260 Personen in drei Schichten an etwa 30 Maschinen, in Qualitätssicherung sowie Anlieferung und Versand. Zusammen mit den 65 Mitarbeitern im Berliner Werk verarbeiten sie pro Tag 120 Tonnen Draht.Eine Drahthalle wurde zum Festsaal, mit schneeweißen Tischen und Stühlen und rund 125 Gästen. Dort feierte Nedschroef Fraulautern am Freitagabend seinen 200. Geburtstag in festlicher Kulisse. 1813 als Hersteller von Blechwaren gestartet, ist das Unternehmen heute ein erfolgreicher Zulieferer der Automobilindustrie mit 255 Mitarbeitern in Fraulautern und 65 in Berlin. Seit 1990 gehört es zur niederländischen Königlichen Nedschroef Holding. Deren Geschäftsführer, Dr. Matthias Hüttenrauch, war extra zur Feier angereist. Er hob die Leistungsbereitschaft und Qualität hervor. Damit habe das Fraulauterner Unternehmen 2013 den internen Nedschroef Company Excellence Award gewonnen.

Als eines der modernsten Schraubenwerke Europas bezeichnete Stefan Tils, Geschäftsführer von Nedschroef Fraulautern, das Unternehmen. Diesen Erfolg verdanke man maßgeblich den Mitarbeitern.