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Seit 100 Jahren ein Ort des Glaubens

Die katholische Pfarrkirche St. Josef Fischbach Foto: Müller
Die katholische Pfarrkirche St. Josef Fischbach Foto: Müller
Fischbach. Zwei großartige Bauwerke prägen das Ortsbild von Fischbach. Auf der einen Seite des Tals beherrscht der Eisenbeton-Förderturm der früheren Grube Camphausen die Szenerie. Fast direkt gegenüber auf der anderen Seite prägt die katholische Kirche St. Josef das Bild. Hoch hinaus ragt stolz der Glockenturm in den Himmel Von SZ-Mitarbeiter Elmar Müller

Fischbach. Zwei großartige Bauwerke prägen das Ortsbild von Fischbach. Auf der einen Seite des Tals beherrscht der Eisenbeton-Förderturm der früheren Grube Camphausen die Szenerie. Fast direkt gegenüber auf der anderen Seite prägt die katholische Kirche St. Josef das Bild.Hoch hinaus ragt stolz der Glockenturm in den Himmel. Oben im Glockenstuhl hängt ein wohlklingendes Quartett, das weithin hörbar Freud und Leid verkündet. Wenn die Glocken am kommenden Sonntag, 19. August, um 10 Uhr die Fischbacher zur Festmesse rufen, steht ein freudiges Ereignis bevor. Pastor Gerhard Seel feiert mit seinen Schäfchen ein ganz besonderes Jubiläum: Die Pfarrkirche in Fischbach wird 100 Jahre alt.


Am 25. August 1912 wurde in dem neu erbauten Gotteshaus die erste Heilige Messe gefeiert. Eigentlich wollte die Pfarrei das Jubiläum genau auf den Tag feiern. Am 25. und 26. August ist aber das Fischbacher Dorffest. Deshalb wurden die Feierlichkeiten zum Hundertjährigen vorverlegt. Ein Blick in die Geschichte des Kirchenbaus: Bereits vor 1900 bemühte sich der damalige Pfarrvikar Wilhelm Greff um kostenloses Bauland für eine Kirche und ein Pfarrhaus. Er wollte die Kirche an den Anfang der Mittelstraße gegenüber dem heutigen "Kolpinghaus" stellen. Doch Greff bekam "nur" 11,47 Ar zusammen, ausreichend für ein Pfarrhaus, aber nicht für eine Kirche.

Der Pfarrhausbau war am 1. August 1900 fertig. Wilhelm Greff wurde 1905 abberufen. Sein Nachfolger, Pfarrvikar Johannes Hess, kümmerte sich nun um Bauland für die Kirche. Nach langwierigen Verhandlungen kam im November 1908 die Nachricht von der Königlichen Bergwerksdirektion Saarbrücken, dass ein Grundstückstausch zwischen der Pfarrgemeinde Quierschied und der Grube Camphausen genehmigt war. Am 1. März 1911 genehmigte dann die Regierung in Berlin den Kirchbau. Im Juni wurde der Grundstein gelegt, und am 25. August 1912 fand im neuen Gotteshaus die erste Messe statt. Kostenpunkt für das Prunkstück: 143 000 Mark. Die feierliche Konsekration erfolgte erst am 7. August 1916 vom Trierer Weihbischof Dr. Mönch. Im Laufe der Jahre gab es viele Veränderungen in der Ausstattung der Kirche.



1923 wurde sie ausgemalt. Ein Jahr später bekam sie 14 Kreuzwegstationen und eine Glocke. 1925/26 wurden die noch fehlenden bunten Kirchenfenster angeschafft. Einige mussten nach dem 2. Weltkrieg erneuert werden, weil sie infolge eines Bombenabwurfs zerstört waren. Im Juli 1926 gab Pastor Schmitz den Auftrag zum Bau einer Orgel. Im Sommer 1954 begann die Renovierung des Kircheninnern. Dabei schuf Kirchenmaler Gottwald die Bilder über dem Hochaltar und über den Seitenaltären. Bis 1963 war die Kirche ausgemalt.

Ab dem 3. März 1965 las der Priester die Messe am neuen "Volksaltar". Von 1977 an fand eine umfangreiche Innenrenovierung statt. Im Mittelpunkt stand die Neugestaltung des Altarraums. Am 11. Mai 1980 wurde der Altar von Weihbischof Dr. Alfred Kleinermeilert konsekriert. Am 13. Dezember 1981 konnte die neue Orgel vorgestellt werden. Eine erneute Innenrenovierung gab es im Jahr 2000. Ein Jahr später wurde das Geläut mit einer vierten Glocke aus der Glockengießerei Mabilon in Saarburg vervollständigt.

2004 erfolgte eine Generalsanierung des Kirchendaches und der Außenfassade. Die Fischbacher Katholiken sind stolz auf ihre schöne Kirche. An allen Renovierungsaktionen haben sie sich mit großzügigen Spenden beteiligt.

Nach dem Festgottesdienst am Sonntag, 19. August, 10 Uhr, sind alle zum Mittagessen ins Pfarrheim eingeladen. Erbsensuppe und Wiener Würstchen stehen auf der Speisekarte.