1. Saarland

Einblick in die heimische Bergbau-Geschichte

Einblick in die heimische Bergbau-Geschichte

St. Wendel. In Zusammenarbeit mit den Bergmannsvereinen, dem Dörrenbacher Heimatbund und der Kulturlandschaftsinitiative (Kulani) hat der Landkreis auf dem Wendelinushof eine Ausstellung aufgebaut, die an den Bergbau im St. Wendeler Land und in der Region erinnert. Er möchte damit nicht nur die Erinnerung an diese Zeit wachhalten

St. Wendel. In Zusammenarbeit mit den Bergmannsvereinen, dem Dörrenbacher Heimatbund und der Kulturlandschaftsinitiative (Kulani) hat der Landkreis auf dem Wendelinushof eine Ausstellung aufgebaut, die an den Bergbau im St. Wendeler Land und in der Region erinnert. Er möchte damit nicht nur die Erinnerung an diese Zeit wachhalten. Vielen Menschen ist es bis heute nicht einmal bewusst, dass bis lange nach dem Zweiten Weltkrieg hier nach Bodenschätzen gegraben wurde. "Der Bergbau gehört zur Geschichte des Landkreises und hat seine Kultur mitgeprägt", sagte der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald (CDU) bei der Eröffnung der Ausstellung. Der Landkreis habe seit seinem Jubiläum eine sogenannte Erinnerungskultur entwickelt, weil Erinnerung zeitlos sein müsse. Die Ausstellung, die den Abbau von Kohle, Kupfer, Kalkstein und Erz zum Inhalt habe, sei ein Mosaikstein dieser Kultur. Es sei wichtig, so der Landrat, dass die Vereine diese Tradition weiterpflegen würden, auch im Blick auf den gerade zu Ende gegangenen Bergbau im Saarland.Werner Feldkamp hob hervor, dass die Kulani nicht nur die Natur in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stelle, sondern auch die Kultur. Dies gehe aus dem Programm "St. Wendeler Land - steinreich" hervor, weil der Bergbau ein wichtiges Kapitel geschrieben habe. Mike Ließ von der Tholeyer St. Barbara-Bruderschaft sprach im Namen der zehn Bergmannsvereine im Landkreis. Leider werde es immer schwerer, Nachwuchs für diese Vereine zu finden. Der Vorsitzende des Dörrenbacher Heimatbundes, Reimund Benoist, erzählte von der Entdeckung der alten Stollen in Dörrenbach und führte die Gäste in die Ausstellung ein.

Der Besucher kann auf seinem Rundgang viel Wissen erwerben. Zunächst blickt ihn der Kaufmann, Gutsbesitzer und Bürgermeister von St. Wendel, Johann Carl Anton Cetto, an. Er war gleichzeitig Bergherr zu Dörrenbach, Urexweiler, Mainzweiler und Leitersweiler und hat nach den Worten von Reimund Benoist "80 Menschen Brot und Arbeit in dieser armen Gegend gegeben". Die informativen Tafeln mit den Bildern, Texten, Zeichnungen und Karten sind ein lebendiges Geschichtsbuch. Da ist die Dokumentation des Kohle- und Kalksteinabbaues im Südkreis St. Wendel. Viele Fotos und ein alter Text weisen auf den Bergbau in Walhausen hin: "Grund- und Seiger-Riss der Bergwercks Gegend bey Wallhausen im Hochfürstlichen Pfalz zweybrückischen Amt Nohfelden", heißt es. Auch die ehemalige Schwerspatgrube in Eisen ist vertreten. 1913 hatte der Sägewerksbesitzer Christian Korb die Genehmigung zum Abbau erhalten. Von einer Schrifttafel am alten Bergwerk ist ein Bild angeheftet: "Ich habe 38 Jahre Spat und Berge geladen, 300 000 t, von 1950 bis 1988. Nun bin ich im wohlverdienten Ruhestand." Eine Karte vermittelt eine Gesamtübersicht, wo die Abbauorte seinerzeit gelegen haben. Von der Alsweiler Barbara-Bruderschaft stammen zwei Tafeln, eine mit dem Lied "O, St. Barbara", eine mit dem Auffahrtsgebet "Erde nimm' und gib uns wieder". Die Modelle zur Darstellung verschiedener Ausbausysteme wurden von Werner Rauber aus Güdesweiler zur Verfügung gestellt. Der verkleinerte Nachbau eines Förderturms vor dem Eingang kam aus Urexweiler.

Auf einen Blick

Die Bergmannsvereine im Landkreis, die sich der Traditionspflege verschrieben haben: katholischer Bergmannsverein Marpingen, Bergmannsbruderschaft Freisen, Berg- und Hüttenarbeiterverein Selbach, Historischer Verein Walhausen und die St. Barbara-Bruderschaften in Urexweiler, Bliesen, Alsweiler, Hasborn-Dautweiler, Tholey und Gronig.

Die Ausstellung ist bei freiem Eintritt bis 2. September zu folgenden Zeiten geöffnet: an Werktagen von neun bis 12.30 Uhr und von 13 bis 16 Uhr; samstags, sonntags und an Feiertagen von elf bis 17 Uhr. Infos: Telefon (0 68 51) 93 74 34. gtr