1. Saarland

Ein Wochenende im Zeichen der Solidarität mit Indonesien

Ein Wochenende im Zeichen der Solidarität mit Indonesien

Theley. Vor einigen Wochen sind Wolfgang und Eva Wahlen vom Verein "Hilfe direkt" von der indonesischen Insel Flores zurückgekehrt, wo der aus Theley stammende Steyler Pater Kurt Bard ein Familienzentrum für religiöse und seelische Bildung leitet

Theley. Vor einigen Wochen sind Wolfgang und Eva Wahlen vom Verein "Hilfe direkt" von der indonesischen Insel Flores zurückgekehrt, wo der aus Theley stammende Steyler Pater Kurt Bard ein Familienzentrum für religiöse und seelische Bildung leitet. Ganz aktuell konnte das Ehepaar von der Tätigkeit des Geistlichen berichten, vom Leben der Menschen, von ihren Sorgen und Nöten und von ihren Bemühungen, den Alltag mit all seinen Problemen zu meistern. Dabei zu helfen ist das Anliegen des Vereins "Hilfe direkt", der in Zusammenarbeit mit den Theleyer Fine Kickers für Samstag, 18., und Sonntag, 19. August, zum Ur-Kelten zu einem Sommerfest einlädt, dessen Erlös besonders für die Arbeit von Pater Kurt Bard bestimmt ist.Nach dem Bau eines Kindergartens hat Pater Kurt jetzt auch für ein modernes Internat gesorgt. "Er kommt durch seine lockere Art überall gut an", berichtete Wolfgang Wahlen. "Nach langen Jahren als Pfarrer hat er jetzt die Leitung der örtlichen Caritas übernommen." Er erzählte weiter, dass der jüngste Besuch mit dem Ende des Schul- und Studienjahres auf Flores zusammengefallen sei. "Wer seine Prüfungsgelder nicht rechtzeitig aufgebracht hatte, konnte an der Prüfung nicht teilnehmen", hat er erfahren. "Die Schüler bleiben deshalb ohne Qualifikation und gehen betteln. Weil es in den Familien oft an finanziellen Mitteln fehlt, liegt die Rate des Schulabbruchs um die 50 Prozent. Die Caritas kümmert sich auch um diese Probleme." Der größte Teil der Bevölkerung auf Flores sei Selbstversorger. Die Steyler Patres, die dort arbeiten, sorgen sich schon seit über 30 Jahren um den Anbau von Nutzpflanzen, insbesondere von Gewürzen. Zurzeit müssten die Kakaobäume neu aufgeposst werden, da sie zu alt und weniger ertragreich geworden seien.

Zum Aufgabengebiet von Pater Kurt es gehört auch, die versiegten Quellen im abgeholzten Küstenbereich durch das Wiederaufforsten neu zum Fließen zu bringen. Durch das 2008 gestartete Malaria-Projekt konnte in dem Gebiet mit seinen 80 000 Einwohnern die Erkrankungsrate von 50 auf unter zwei Prozent gesenkt werden. Dabei arbeitete der Geistliche noch bis 2013 mit einem örtlichen sozialen Netzwerk zusammen.

An vielen Ecken und Enden gibt es große Not. Aber oft ist auch Hilfe möglich. Beispielhaft erzählte Wolfgang Wahlen von einem 15-jährigen Mädchen, das sich im August vergangenen Jahres von der Hüfte bis zu den Fersen Verbrennungen dritten Grades zugezogen hatte. In einem Krankenhaus ging die Heilung nicht recht voran. Hinzu kam, dass die Eltern des Mädchens die Kosten nicht mehr bezahlen konnten. Der Verein "Hilfe direkt" schaltete sich ein und bezahlte die Medizin und den Aufenthalt in der Klinik. Seit Dezember ist das Mädchen wieder daheim. Eine erneute Behandlung durch einen anderen Arzt brachte Erfolg. Die Patientin ist auf dem Wege der Besserung und hat inzwischen wieder das Laufen gelernt. gtr

Auf einen Blick

Das Programm des Sommerfestes beim Ur-Kelten: Samstag, 18. August: 18 Uhr Konzert des Saarknappenchores in der Kirche; 20 Uhr Samba total beim Ur-Kelten. Sonntag, 19. August: Zehn Uhr Messe mit Pater Kurt Bard; um 14 Uhr kommt der Steyler Zauberpater Hermann Bickel; ab 16 Uhr Programm des Kabarettisten Christof Scheid. gtr