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Flotte Musik im eigenen Studio

Saarbrücken. Im Nebenraum standen schon die Schnittchen bereit, und vor der Tür war ein rotes Band gespannt. Dann griff Anton Zhukovskyy zur Schere. Ein bisschen feierlich sollte es schon sein, als der Verein der russischsprachigen Jugend in Deutschland, JunOst, in Saarbrücken am vergangenen Freitag in seinem Vereinslokal in der Fichtestraße ein Musikaufnahmestudio eröffnete Von SZ-Mitarbeiterin Silvia Buss

Saarbrücken. Im Nebenraum standen schon die Schnittchen bereit, und vor der Tür war ein rotes Band gespannt. Dann griff Anton Zhukovskyy zur Schere. Ein bisschen feierlich sollte es schon sein, als der Verein der russischsprachigen Jugend in Deutschland, JunOst, in Saarbrücken am vergangenen Freitag in seinem Vereinslokal in der Fichtestraße ein Musikaufnahmestudio eröffnete. "Vorher war der Raum eine ganz alte Garage mit Spinnweben", erklärt Projektleiterin Natalie Miller.Jetzt ist es ein 15 Quadratmeter großes, schallisoliertes Studio, das an Technik alles enthält, was man für professionelle Audio-Aufnahmen braucht. Den Umbau von der Garage zum Musikstudio, den die Aktion Mensch mit 700 Euro unterstützte, haben die Vereinsmitglieder von JunOst selbst geschafft. Rund 40 junge Leute zwischen 16 und 26 Jahren, die aus den Ländern der ehemaligen russischen Föderation stammen, haben sich in dem Verein zusammengeschlossen. Um die technische Ausstattung haben sich vor allem Anton Zhukovskyy und sein Bruder Stanislav gekümmert. Die beiden Ukrainer studieren an der Hochschule für Musik Saar Klavier und Oboe, Anton ist außerdem gelernter Tontechniker. In dem neuen Musikstudio "Musik-Pilot" können junge Leute nun Songs oder Instrumentalmusik einspielen, Hörbücher machen, Gedichte oder Kurzgeschichten vertonen, sagt Natalie Miller. Doch nicht nur die eigenen Mitglieder, alle jungen Saarbrücker sollen sich hier kreativ betätigen. Denn das Studio ist Bestandteil des vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geförderten Projektes "Begegnung macht Musik in Saarbrücken", mit dem sich der Verein JunOst seit 2009 für Integration engagiert.



Nicht nur die Zhukovskyy-Brüder, mindestens 15 Vereinsmitglieder spielen ein oder mehr Instrumente. Einmal pro Monat veranstalten sie in ihrem Jugendtreff in der Fichtestraße ein Konzert, gern auch spontane Jam-Sessions. Auch Percussion-Workshops für Kinder, Irish-Dance-Kurse auf Russisch und Salsa-Kurse finden hier statt. "Zu unseren Kursen kommen ganz verschiedene Leute, aus dem Jemen, Iran, Armenien oder auch Italien", freut sich Miller. Neben den musikalischen Aktivitäten organisiert JunOst unter anderem auch Kochabende sowie Existenzgründer-Seminare und pflegt den Austausch mit Jugendorganisationen im russischen Twer. "Sie sind unglaublich kreativ und pfiffig", findet Georg Vogel, Geschäftsführer des Landesjugendrings, der JunOst kürzlich als Mitglied aufgenommen hat.

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