1. Saarland

Junge Musiker zeigen, was sie drauf haben

Junge Musiker zeigen, was sie drauf haben

St. Wendel. Die sanften Töne akustischer Gitarren erklingen durch die Räume des Rock@Clubs der Stiftung Hospital. Auf der Bühne greifen die fünf Gewinner-Formationen des St. Wendeler Band-Works-Projekts in die Saiten und stellen ihr musikalisches Können unter Beweis

St. Wendel. Die sanften Töne akustischer Gitarren erklingen durch die Räume des Rock@Clubs der Stiftung Hospital. Auf der Bühne greifen die fünf Gewinner-Formationen des St. Wendeler Band-Works-Projekts in die Saiten und stellen ihr musikalisches Können unter Beweis. Obwohl oder gerade weil die jungen Musiker die gewohnten Verstärker und elektrischen Gitarren im Proberaum gelassen haben, also unplugged (ohne Strom) spielen, quittieren die rund 70 Zuschauer die Auftritte mit minutenlangem Applaus. Dafür sorgt neben dem Können an den Instrumenten auch die musikalische Vielfalt der Bands: Geboten werden neben verschiedenen Spielarten des Rock und Pop auch Elemente aus Funk und Jazz.Stellvertretend für diesen Variantenreichtum steht zum Beispiel die Mädchenband Peaches and Cream. "Wir covern Rock-Klassiker aber auch deutschen Hip-Hop, Pop und NDW (Neue Deutsche Welle)-Klassiker", erklärt Schlagzeugerin Vanessa Klasen (27).

Aber auch die anderen Formationen geben sich nicht mit musikalischem Einheitsbrei zufrieden. So vereint die Gruppe Fiat Lux in ihrem ersten selbst geschriebenen Song Einflüsse aus Metal, Funk und Jazz. "Das ist so der Querschnitt aus den Vorlieben der einzelnen Musiker", erläutert Bassist Patrick Wilms (18). Inception, die Band von Schlagzeuger Joshua Jacob (14) hat ein anderes Alleinstellungsmerkmal: "Wir haben drei Gitarristen, von denen jeweils einer im Wechsel den Bass übernimmt."

Paroxy bietet nach Angaben von Schlagzeuger Daniel Legrum (18) Klassik-Rock aus den 70er-Jahren bis 90er-Britpop von Bands wie Oasis.

Eine solche Vielfalt im Nachwuchsbereich spricht für die Arbeit des Band-Works-Projektes, für das sich die Fun-Music- School und die Stadt St. Wendel seit mehreren Jahren verantwortlich zeigen. Das Ziel: die regionale Nachwuchsszene fördern und jungen Musikern Perspektiven aufzeigen. "Wir wollen dafür sorgen, dass die Bands einen eigenen Charakter und einen individuellen Stil entwickeln", erklärt Music-School-Chef Ralph Schäfer-Lösch. Dazu dienen verschiedene Workshops, in denen sich die Gruppen unter professioneller Anleitung mit so unterschiedlichen Themen wie Musik-Business, Pressearbeit, Bühnenperformance und dem Schreiben eigener Lieder beschäftigen. Zudem steht die musikalische Weiterentwicklung mit Lehrern der Musikschule auf dem Programm.

Für Nico Zuschlag von Effected ein bedeutender Teil der Band-Works-Erfahrung: "Die tägliche Arbeit mit unserem Coach hat uns unheimlich weitergebracht." So weit, dass die Gruppe bereits mehr als zehn eigene Songs geschrieben hat. Der enge Kontakt mit den anderen Gewinner-Bands helfe anschließend, diese noch zu verbessern. "Der Austausch mit anderen Musikern bringt für mich sehr viel", erklärt der 17-Jährige, der bereits seit zehn Jahren Musik macht.

 Paroxy mischt klassischen Rock und neuere Songs.
Paroxy mischt klassischen Rock und neuere Songs.
 Fiat Lux passt musikalisch in keine Schublade.
Fiat Lux passt musikalisch in keine Schublade.

Die Aussicht, zum Band-Works-Abschluss auf dem St. Wendeler Stadtfest aufzutreten, bedeute zudem weitere Motivation. "Ich bin gespannt, wie die Leute dann auf unsere eigenen Songs reagieren werden. Hoffentlich gehen sie richtig gut ab."