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Kleineres Parlament
AfD-Chef ignoriert eigenen Beschluss zu Teilzeit-Landtag

Saarbrücken. (kir) AfD-Landes- und Fraktionschef Josef Dörr hat sich von der Forderung seiner eigenen Partei distanziert, den saarländischen Landtag in ein Feierabend-Parlament umzuwandeln oder zumindest zu verkleinern. Von Daniel Kirch
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

(kir) AfD-Landes- und Fraktionschef Josef Dörr hat sich von der Forderung seiner eigenen Partei distanziert, den saarländischen Landtag in ein Feierabend-Parlament umzuwandeln oder zumindest zu verkleinern.


Ihm war in der Landespressekonferenz nicht bewusst, dass die AfD dies in ihrem Programm zur Landtagswahl 2017 gefordert hatte. Dort heißt es: „Die Einführung eines Teilzeitparlaments oder die Verkleinerung des Parlaments wird ein Signal aussenden, dass es das Saarland mit Spar- und Reformmaßnahmen ernst meint.“ Dazu sagte Dörr: „Ich habe das nicht ins Programm geschrieben. Das Programm ist von vielen gemacht, wir sind ja eine demokratische Partei. Meine persönliche Ansicht ist nicht, dass man unbedingt bei der Größe eines Parlaments sparen muss. Ich denke schon, dass die Bevölkerung durch eine gewisse Anzahl von Leuten repräsentiert sein sollte.“ In der AfD-Fraktion müssten drei Abgeordnete in allen Gebieten auf dem Laufenden sein und sich in Dinge einarbeiten. „Bei uns ginge es in der Freizeit ehrlich gesagt nicht“, so Dörr. Bei den anderen Parteien mit mehr Abgeordneten könne dies aber anders sein.