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Unwetter: Dach der Schule ist am Ende

Unwetter: Dach der Schule ist am Ende

Altenwald. Anne-Marie Köhl hat es kommen sehen. Schon seit Jahren weist die Leiterin der Waldschule in Altenwald darauf hin, dass die Dächer der Schulpavillons undicht sind. Das Unwetter vom vergangenen Freitag gab den kaputten Dächern jetzt den Rest: Gestern musste die Stadt den vierten Pavillon - er steht direkt am Waldrand - sperren

Altenwald. Anne-Marie Köhl hat es kommen sehen. Schon seit Jahren weist die Leiterin der Waldschule in Altenwald darauf hin, dass die Dächer der Schulpavillons undicht sind. Das Unwetter vom vergangenen Freitag gab den kaputten Dächern jetzt den Rest: Gestern musste die Stadt den vierten Pavillon - er steht direkt am Waldrand - sperren.In allen Klassensälen waren klatschnasse Platten aus der Decke herausgebrochen. Köhl: "Ich habe immer schon gesagt, dass es uns beim nächsten Unwetter treffen wird. So ist es jetzt gekommen." Auch in den Pavillons zwei und drei sind die Schäden deutlich sichtbar. Auch hier sieht man braune Wasserflecken an den Decken. "Hier muss die Stadt dringend handeln", sagt Anne-Marie Köhl. Die Schüler finden es gar nicht witzig, dass in den Klassensälen noch Unterricht ist. "Hier stinkt es", meint Marvin.

Und Jens sagt: "Da kann doch jederzeit eine weitere Platte von der Decke fallen." Steffen Banuat, der Leiter des Sulzbacher Bauamtes, beruhigt die Gemüter: "Nach den Ferien haben die Pavillons zwei, drei und vier neue Dächer", sagt er. Der Auftrag im Wert von 120 000 Euro sei vergeben. Der Dachdecker habe zugesichert, dass er die Arbeiten in den Ferien auch schaffen werde.

Pavillon eins wurde im vergangenen Jahr saniert. Er hat schon ein neues Dach. Nach Angaben von Banuat ist Sulzbach bei dem Unwetter am Freitag "mit einem blauen Auge" davon gekommen. "Bis auf die Waldschule gab es keine nennenswerten Schäden an öffentlichen Gebäuden." Allerdings seien einige Privatleute hart getroffen worden.

Und zwar in der Altenwalder Moorbachstraße sowie auch in der Sulzbachtalstraße, ortsausgangs Richtung Dudweiler. In letzt genanntem Fall ist unter anderem eine Familie mit fünf Kindern betroffen. Ein Teil deren Wohnung ist nach Angaben der Stadtverwaltung im Souterrain den eindringenden Wassermassen zum Opfer gefallen. Die Stadt Sulzbach, so Bürgermeister Hans-Werner Zimmer, werde versuchen, hier unbürokratisch Hilfe zu leisten. Und zuschauen, ob am Kanalschacht was zu machen ist, um künftige Schäden zu vermeiden. Das Desaster in der Moorbachstraße in Altenwald wollte er gestern noch in Augenschein nehmen. Auch hier, so der Verwaltungschef, werde man, soweit möglich, helfend eingreifen. Sollte es die Stadt verabsäumt haben, den Bachlauf des Moorbachs zu reinigen und sollten deshalb die Schäden eingetreten sein, wie ein Anwohner gegenüber der SZ moniert, so werde eine Prüfung hinsichtlich des Schadensersatzes erfolgen. Ein Haus in der Moorbachstraße sei "sehr wahrscheinlich nicht mehr bewohnbar". Richard Plein, Pressesprecher der Sulzbacher Wehr, erklärte gestern, dass die Kommunale Dienstleistungsgesellschaft (KDI) vorerst Container zur Verfügung stelle, um beschädigte Habe zu entsorgen.

Mit insgesamt 100 Einsatzkräften war am Freitag die Sulzbacher Feuerwehr in 90 Fällen vor Ort. ll/mh

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