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Benimm ist nicht schlimm, sondern absolut in

Benimm ist nicht schlimm, sondern absolut in

Sulzbach. "Guten Morgen alle zusammen", klingt es aus 20 Grundschülerkehlen in der Sulzbacher Mellinschule. Sie und alle anderen Kinder der Schule haben in den letzten Wochen am Kurs "Benimm ist nicht schlimm, sondern in" teilgenommen

Sulzbach. "Guten Morgen alle zusammen", klingt es aus 20 Grundschülerkehlen in der Sulzbacher Mellinschule. Sie und alle anderen Kinder der Schule haben in den letzten Wochen am Kurs "Benimm ist nicht schlimm, sondern in" teilgenommen. "Es ging darum, den Schülerinnen und Schülern Dinge mitzugeben, die sie auf ihrem weiteren Lebensweg immer wieder brauchen werden", betont Marliese Fuchs vom Verein Familie im Aufwind, die das Projekt unterstützte. Geleitet wurden die Kurse in allen vier Klassenstufen von Vera Linnenweber (Foto: SZ), einer Trainerin für Umgangsformen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. "Ich arbeite praktisch mit Grundschülern genauso wie mit Topmanagern", erklärt die Saarlouiserin. Und: "Der Kurs in der Schule hat drei wichtige Bausteine: Tischmanieren, Miteinander umgehen und Grüßen." Dabei wurde anhand von Schaubildern, Erklärungen und kleinen Rollenspielen immer wieder das richtige Benehmen vorgelebt und geübt. "In den ersten beiden Klassen arbeiten wir hauptsächlich mit Bildern. Und ich erzähle die Geschichte einer Freundin, die von einer ,Benimm-Sau' zur ,Benimm-Frau' geworden ist", so Vera Linnenweber weiter, "die Kinder lernen, den Tisch richtig zu decken, und wie man mit Messer und Gabel umgehen muss."Die Idee zum Kurs kam von Melanie Jarosch, Mutter und Elternsprecherin. Die Mellinschule ist die erste Einrichtung im Saarland, bei der alle Schülerinnen und Schüler an "Benimm ist nicht schlimm" teilgenommen haben. Die Kosten von insgesamt 3600 Euro wurden vom lokalen Bündnis für Familie übernommen."So toll ich das Projekt und seine Umsetzung auch finde, aus unserem Etat hätten wir uns das nicht leisten können", betont Schulleiterin Birgit Amann, "am meisten profitiert haben natürlich die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen drei und vier. Leider wird in vielen Elternhäusern nicht mehr so auf Umgangsformen Wert gelegt." Der seit Mitte Juni laufende Benimm-Kurs zeigt auch auf dem Schulhof erste Ergebnisse. "Ich habe keine Schimpfworte mehr gehört, es wurde nicht mehr geprügelt", erzählt Kursleiterin Vera Linnenweber, "die Kinder gehen sehr viel respektvoller miteinander um." Vom Erfolg von "Benimm ist nicht schlimm, sondern in" überzeugte sich auch Bürgermeister Hans-Werner Zimmer: "Dieses Projekt fällt aus dem Rahmen. Und manchmal fragt man sich, warum noch niemand früher darauf gekommen ist." cor