Von Schülern für Schüler: Jugend bringt Niveau auf die Bühne

Von Schülern für Schüler : Jugend bringt Niveau auf die Bühne

Die Darsteller der Theater AG der Mellinschule überzeugen in „Sobek, das Krokodil“. Die Zuschauer applaudieren lange.

„Hochachtung vor dem, was ihr geleistet habt“, freute sich Margarete Scherer am Ende der Vorführung. Die Leiterin der Theater AG der Mellinschule hob am vergangenen Mittwoch hervor, dass die jungen Darsteller „fantastische, lange Texte gelernt“ haben. Dementsprechend euphorisch klatschen die Eltern, Großeltern und Freunde den jungen Akteuren aus der dritten und vierten Klasse in der voll besetzten Sulzbacher Aula Beifall. „Ich habe es einfach mal gewagt“, sagte sie im Anschluss an das anspruchsvolle Stück, das sie ausgesucht hatte. Mit Erfolg – es habe Kommentare wie „das war ja schon gymnasiales Niveau“ gegeben, wie sie stolz erzählte. Tatsächlich präsentierte sich das Kindermusical „Sobek, das Krokodil“ mit rund anderthalb Stunden Laufzeit als wahres Epos.

Anna und Richard schlüpften dabei in die Rollen der beiden englischen Forscher James und Chester. Die laufen am Anfang ganz stilecht mit Taschenlampen durch die abgedunkelte Aula, die kurzerhand zum alten Ägypten umgestaltet wurde. Davon zeugen unter anderem eine mit Hieroglyphen bemalte Stele und eine täuschend echt gemalte Pyramide. 50 Meter unter diesem Bauwerk laufen sie herum.

„Iiih, ich glaube, mich hat etwas berührt“, sagt Anna als James. „Das sind doch nur Mumien, die seit 1000 Jahren tot sind“, versucht Chester sie zu beruhigen. Dann rappelt es gewaltig und das dynamische Duo findet sich 2000 Jahre in der Vergangenheit wieder – und mitten in einem gefährlichen Verwirrspiel.

Denn sie erleben, wie Lilli als Pharao seinen Sohn Si Osire, dargestellt von Lilien, mitten in der Wüste in einem Verlies hält. Dass sein Vater dies zu seinem Schutz vor Milla als Sonnengott Re machte, ist Si Osire natürlich egal. Denn Re möchte den Sohn dem Krokodil Sobek, alias Tala, opfern.

Doch Si Osire ist jung und möchte das Leben genießen. „So ein Schrott – ich bin ein Gott“, klagt er. Er sei immer allein und stampft mit dem Fuß wütend auf den Boden. Mit Linda als Sklavin gelingt ihm die abenteuerliche Flucht.

Gemeinsam rennen sie zur Prinzessin, die von Fiona verkörpert wird, und er hält um ihre Hand an. Dazu muss er allerdings eine scheinbar unverrückbare Stele bewegen. Daran waren bereits Jason, Lyah und Deriyah als Prinzen gescheitert. Einer strengt sich sogar so sehr an, dass sein Kopf rot anläuft und er vor Anstrengung ohnmächtig auf den Boden fällt. Si Osire stellt sich als Gottheit vor, doch die anderen glauben ihm nicht. „Er lügt – Rübe ab!“, rufen sie im Chor. Letztlich hilft ihm die Prinzessin dabei, Sonnengott und Sobek zu überlisten, so dass sich am Ende alles zum Guten wendet.

Zwischendurch sorgen Chor und Orchester der Schule für die passende musikalische Untermalung. Zu angenehm lockeren Mit­swing-Nummern heißt es „Haben Sie schon gehört?“ oder „Five o’clock tea“. Orientalisch angehaucht geht es bei „Heiß, heiß, heiß“ zu, mit dem der Marsch durch die Wüste lebendig gemacht wird.

Am Ende rappelt es erneut, und die beiden Forscher sind wieder in ihrer echten Zeit angekommen. „Gut“, sagt Chester, „ich muss dringend auf die Toilette.“ Zu der Veranstaltung hatte der Förderverein eingeladen.

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