Für Leser recherchiert: Ärger um Schwerlaster: Kritik verhallt im Sulzbacher Rathaus

Für Leser recherchiert : Ärger um Schwerlaster: Kritik verhallt im Sulzbacher Rathaus

Sehr lange dauerte es, bis ein Leserreporter aus Neuweiler eine Antwort aus dem Rathaus bekam. Und dann wurde seine Kritik doch zurückgewiesen.

Es gibt Menschen, die sind hartnäckig. Sie verfolgen ein Ziel über lange Zeit hinweg. Weil sie es für wichtig erachten. Ein solcher Mensch wohnt in Neuweiler und möchte namentlich aber nicht genannt werden.

Die bemerkenswerte Chronologie der Ereignisse, die den Straßenverkehr im Sulzbacher Stadtteil betrifft, hat er der SZ geschildert. Und zwar bereits am 6. März dieses Jahres: „In einer öffentlichen Sitzung 2010 im Rathaus übergab ich dem damaligen Bürgermeister Hans-Werner Zimmer mehrere Ausdrucke von Verkehrsschildern aus Richtung St. Ingbert und Dudweiler kommend.“

Auf diesen Verkehrstafeln auf der L 126 sei das Industriegebiet nicht ausgeschildert, sodass täglich Dutzende Lkw durch den Ort fahren würden (St. Ingberter Straße), weil ihr Navigationsgerät diese Strecke vorgebe. In der Zwischenzeit, so erzählt es der Leserreporter aus Neuweiler, habe er mit dem derzeitigen Bürgermeister Michael Adam und Richard Michaely, Chef der Ortspolizeibehörde, zwei Zusammenkünfte im Rathaus gehabt und das Thema wieder angesprochen. Vergangenes Jahr, und zwar am 1. Juli, „habe ich mich erneut ans Rathaus (Adam) per Mail gewandt, mit der Bitte um Auskunft zu dem Stand der Dinge“. Seit August 2017 habe er etwa sechs Telefonate mit des Bürgermeisters Vorzimmer geführt, die Sekretärin habe gesagt, sie würde die Bitte nach Auskunft an Richard Michaely weiterleiten. Etwa nach der ersten Februar-Woche habe er dann mit Michaely selbst geredet, „und dieser meinte, er müsse mal die Mail raussuchen, und er würde sich melden. Doch bis heute kein Rückruf“.

Änderungen von Straßen oder  Kreisel würden an den Kartenhersteller von Navis gemeldet: „Ich hatte Herrn Michaely diese Adressen gegeben. Habe stundenlang Telefongespräche geführt. Angefangen über Verkehrspolizei Dudweiler, Polizei Saarbrücken, ADAC München usw.“ Des Weiteren stehe ein Verbotsschild für 7,5 Tonnen an der Auffahrt zur Umgehungsstraße an einem schiefen Mast in den Hecken, sodass Lkw-Fahrer das sehr schlecht sehen würden, wenn sie aus dem Industriegebiet fahren. „Viele Lkw-Fahrer wollen hier tanken und fahren durch den Ort, bemerken dann aber, dass sie mit ihrem Lastwagen überhaupt nicht in die Tankstelle einfahren können, weil das Fahrzeug zu lang ist.“ Regelmäßig werde zudem ein Lastwagen in der St. Ingberter Straße über Nacht abgestellt (Zufahrt von der L 126) und dieser fahre dann morgens munter durch den Ort.

Was die Raser in der St. Ingberter Straße angeht, so sei vom Ortseingang her, am Altenheim vorbei, eine 30 km/h-Begrenzung. Von 100 Autos sei es aber nicht einer, der die Geschwindigkeit einhält. Trotz zusätzlicher Schilder werde hier sehr viel gerast: „An Billigtagen an der Tankstelle morgens ab 7 Uhr Berufsschüler, mittags ab 13 Uhr Berufsschüler, abends ab 19 Uhr Straße frei für die Raser.“

Dann in der vergangenen Woche erhielt der Neuweiler Bürger endlich eine Antwort aus dem Rathaus Sulzbach. Und die sieht aus wie folgt: Die Verbotsbeschilderung in der St. Ingberter Straße für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen entspreche den Vorgaben der StVO und sei korrekt angebracht. Allerdings sei die wegweisende Beschilderung auf der Landstraße L.II.O 250 St. Ingbert Richtung Dudweiler vom Landesbetrieb für Straßenbau noch nicht erneuert. Die Erneuerung habe die zuständige Straßenverkehrsbehörde des Regionalverbandes Saarbrücken bereits im vergangenen Jahr angeordnet. Nach Rücksprache mit dem Landesbetrieb für Straßenbau sei von dort eine zügige Umsetzung zugesagt worden.

Was die Situation an der Tankstelle betrifft, sei die von dem Beschwerdeführer vorgeschlagene durchgezogene Linie, die von den Kraftfahrern aus Richtung St. Ingbert und Dudweiler kommend nicht überfahren werden darf, nach Rücksprache mit der Polizei-Inspektion Sulzbach abgelehnt worden: „Wenn Verkehrsteilnehmer mindestens bis zur Einmündung der St.-Barbara-Straße fahren müssen, um dort zu wenden und zur Tankstelle zurückfahren, würde dies die Situation nicht verbessern. Die Unfallgefahr im Einmündungsbereich der St.-Barbara-Straße würde erhöht.“

Der Stelle für Navigation und Kartendarstellung zu melden, dass die St. Ingberter Straße für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen gesperrt ist, hält die Stadtverwaltung für nicht zielführend: „Erfahrungsgemäß leitet das Navigationssystem den Kraftfahrer auf der kürzesten Route zu seinem Zielort. Egal, was das Navi sagt, die Fahrzeugführer müssen sich an die vorgegebene Beschilderung halten.“

Was wiederum die Raserei in der St. Ingberter Straße betrifft, so werde dort auch in Zukunft die Ortspolizei Geschwindigkeitskontrollen durchführen. Für Kontrollen auf der Umgehungsstraße sei die Verkehrspolizei-Inspektion zuständig. Man werde sie über die Beschwerde zeitnah informieren.

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