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Saarbrücker Ophüls-Festival-Paten haben mehr von cineastischen Leben

Auch sie sind Gewinner des Max Ophüls Filmfestivals : Die Privilegien der Ophüls-Paten

Ulrike Jungmann ist eine von bislang 39 neuen Filmfestival-Unterstützern, die einige Vorteile genießen.

Schon zu Studienzeiten hat sich Ulrike Jungmann in den Saarbrücker Kinos „die Augen viereckig geguckt“. Ihr erster Besuch beim Festival Max Ophüls Preis wurde zum nachhaltigen Erlebnis. „Da hat ‚Der Erdnussmann‘ gewonnen, der sagte immer ‚Schüttel die Nuss, schüttel die Nuss‘ - der Spruch wird mich mein Leben lang verfolgen“, erinnert sich die Saarbrückerin lachend. Seitdem hat sich der Kinofan so gut wie kein Festival der blauen Herzen mehr entgehen lassen. Außer in den vier Jahren, als sie einen Job in einer Großstadt außerhalb des Saarlands hatte. „Da waren die Kinos dünn gesät. Manchmal muss man sich erst entfernen, um zu wissen, was man hier hat“, sagt sie und ist froh, dass sie durch ein Jobangebot wieder ins Saarland zurückkehren konnte.

Bei ihrem ersten Arbeitgeber wurde sie dann als „Ophüls-Vertraute“ vorgeschickt, um die Möglichkeit eines Sponsorings zu erkunden. Als sie in dem ersten Gespräch mit Festivalleiterin Svenja Böttger hörte, dass nicht nur Unternehmen, sondern auch Einzelpersonen als Festivalpaten das Festival sponsern können, musste sie nicht lang nachdenken.

„Das Festival ist ja ein Publikumsfestival, da ist es doch passend, dass auch Privatleute das unterstützen“, findet Jungmann. Außerdem hätten wir hier ja nicht so viele Festivals mit überregionaler Strahlkraft. Jungmann überzeugte deshalb gleich noch eine Freundin, auch mitzumachen. Im vorigen Oktober unterschrieben sie beide eine „Unterstützungsvereinbarung“ für das Festival. Mindestens 500 Euro muss ein Festivalpate pro Jahr dem Festival spenden. Dafür bekommt er auch einiges geboten. Zweimal jährlich etwa treffen sich die Paten und Patinnen in geselliger Runde. „Beim ersten Treffen im Oktober haben und Svenja Böttger und ihr Co-Leiter Oliver Baumgarten schon einen ersten kleinen Ausblick auf das Festivalprogramm gegeben“, erzählt Jungmann. Auch bei der Blauen Stunde für Karten Schlange stehen müssen Paten nicht. Sie bekommen vorab den Festivalkatalog und Karten für alle Filme ihrer Wahl, sowie für die Preisverleihung und auch für die Eröffnung. „Da haben wir sogar reservierte Plätze“, hat Jungmann erfahren und darf sich nun ein bisschen wie ein VIP fühlen. Auch die besonderen Empfänge für die Paten mit Filmleuten freut sie sich schon. „Ich werde wohl ein paar Tage Urlaub nehmen müssen“, überlegt sie und lässt es beim Geldspenden nicht bewenden. Als Festivalpatin ist sie jetzt auch so eine Art „Festivalbotschafterin“ geworden. In der Nachbarschaft wie in ihrem Sportverein rührt der Kinofan Jungmann nun um so kräftiger die Werbetrommel für das Festival Max Ophüls Preis.

39 Paten habe man inzwischen, teilt Festivalsprecherin Karin Kleibel auf Nachfrage mit. „Das ist großartig und zeigt, dass die Saarbrückerinnen und Saarbrücker  ihr Festival lieben“, schwärmt sie. Doch da ist noch viel Luft nach oben.