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Nach Anzeige im Saarpfalz-Kreis
Kontrolle auf Pferdehof: Zwei Tiere abgemagert

Unter der Pferdekrankheit Druse leidende Tiere sollen behandelt worden sein. Sie seien noch geschwächt, meldet eine Veterinärin.
Unter der Pferdekrankheit Druse leidende Tiere sollen behandelt worden sein. Sie seien noch geschwächt, meldet eine Veterinärin. FOTO: picture alliance / dpa / Friso Gentsch
Saarbrücken. Nach Anzeige inspiziert Amtstierärztin abermals das Gelände: Bis auf die beiden Fälle sei Gestüt und Zustand anderer Pferde in Ordnung. Von Matthias Zimmermann
Matthias Zimmermann

Bereits zum zweiten Mal binnen weniger Wochen hat ein Tierarzt von Amts wegen einen Pferdehof im Saarpfalz-Kreis unter seine Fittiche genommen. Und zum zweiten Mal war eine Anzeige wegen angeblichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz Auslöser dafür.


Zuletzt hatten zwei ehemalige Mitarbeiterinnen des aufgelösten Saarbrücker Reiterbundes auf aus ihrer Sicht unhaltbare Zustände hingewiesen. Demnach seien zwei Pferde ihres einstigen Vereins, die dort untergekommen waren, in einem miserablen Zustand. Sie werfen dem jetzigen Halter vor, sich nicht um die Tiere zu kümmern.

Sabine Schorr, Pressesprecherin beim saarländischen Umweltministerium, bestätigt auf Nachfrage, dass die beiden beanstandeten Schulpferde in einem „schlechten Ernährungszustand“ seien. Das soll eine Kontrolle in dieser Woche ergeben haben.



Demnach fand die Amtstierärztin eine 14 Jahre alte Vollblutstute und einen 20-jährigen Ponywallach vor, die abgemagert waren. Die Veterinärin geht nach Schorrs Angaben davon aus, dass es sich dabei um die Nachwehen einer schweren Druseninfektion handle. Dies nehme die befallenen Tiere sehr mit, insbesondere ältere wie in diesem konkreten Fall. Das bedeutet: Es dauere eine Weile, bis sich von der Pferdekrankheit betroffene Tiere wieder berappeln.

Die beiden erkrankten Pferde sind nicht die einzigen, die auf dem Hof untergekommen sind. Allerdings soll es den übrigen gut gehen. Schorr: „Es ist genügend Futter da. Die Ställe sind sauber.“ Von weiteren Krankheitsfällen war keine Rede.

Das sah im Sommer noch anders aus, als sich ein Tierarzt zum ersten Mal vor Ort umschaute. Wie Damian Müller vom Umweltministerium Anfang Oktober auf Nachfrage sagte, fanden Vertreter des Landesamtes für Verbraucherschutz (LAV) an Druse erkrankte Pferde vor, die „sich in keinem guten Gesundheitszustand befanden“. Damals hatte aber bereits der Hofbetreiber einen Tierarzt eingeschaltet. Die Behandlung lief schon.

Was die staatlichen Mitarbeiter damals außerdem festgestellt haben sollen, dass die Boxen in einem „mäßigen Reinigungszustand“ waren. Die LAV-Kollegen kündigten eine Nachkontrolle an, damit der Betreiber die Chance nutzt, die Mängel zu beseitigen.

Nach der Inspektion in dieser Woche soll es in Kürze abermals einen amtlichen Besuch geben. Dabei sei Druse keine Krankheit, die Behörden auf den Plan ruft. Es waren die Anzeigen, die dazu führten.

Der Reiterbund, dem die erkrankten Pferde gehörten, war vergangenes Jahr abgewickelt worden. Nach dem Tod der Vorsitzenden zeigte sich der Insolvenzverwalterin das ganze Ausmaß an wirtschaftlicher Schieflage. Die Tiere wurden auf andere Höfe verteilt, Mitarbeiter entlassen.

Die beiden abgemagerten Tiere, sollen nun in der kommenden Zeit mit spezieller Nahrung wieder aufgepäppelt werden.