„Sich in Solidarität verstricken“

Am Freitag vor Karfreitag erinnern junge Christen traditionell durch einen Kreuzweg, der sie durch Saarbrücken führt, an das Leiden Jesu vor gut 2000 Jahren und das Leiden von Menschen heute.

Dass Tanzen mehr ist als Party, weiß Heiner Buchen gut. Vor zwei Jahren hat der katholische Pastoralreferent Jugendliche aus Saarbrücken , Lothringen, Rumänien und Sarajevo zu einem Tanzprojekt zusammengebracht. Unter der Leitung der Tänzerin Daniela Rodriguez haben rund 50 junge Menschen damals eine Choreografie zum Thema Krieg und Versöhnung entwickelt und in Sarajevo uraufgeführt.

Nun hat Buchen wieder Jugendliche zum Tanzen versammelt. An drei Wochenenden arbeiten 20 junge Leute mit den Tänzerinnen Youn Hui Jeon und Katherine Lake vom Ballettensemble des Saarländischen Staatstheaters in der Aula der Saarbrücker Willi-Graf-Schulen an fünf Tanzszenen.

Die fünf Tanzsequenzen sollen an fünf Kreuzwegstationen "das Leben Jesu und sein leidvolles Schicksal mit dem Leiden von Menschen in unserer Zeit in Verbindung bringen", sagt Buchen. Dabei stehe "das Ringen von Menschen um ihre fragile Würde im Mittelpunkt". "Die Tragödie der Flüchtlinge und die öffentlich vorgetragenen fremdenfeindlichen Haltungen in der Mitte der Gesellschaft" sollen ebenso Thema sein "wie die lebenszerstörende Gier unserer Weltwirtschaftsordnung und die Gewalt gegenüber Schutzlosen".

Wenn das gelingt, eröffne der Jugendkreuzweg, den junge Christen seit vielen Jahren am Freitag vor Karfreitag, in diesem Jahr also am 18. März, gemeinsam durch Saarbrücken gehen, "die Augen für die Opfer, denn sie zeigen auf die Orte, an denen Ungerechtigkeiten herrschen". "Sich ihnen stellen, bedeutet, sich in Solidarität zu verstricken. Wer den Opfern nicht ausweicht, steht vor den Tätern", erklärt Buchen.

"Sinnennah treten die Jugendlichen an die aufregenden Themen heran und verleihen ihnen mit Unterstützung der Choreografinnen einen körperlichen und emotionalen Ausdruck mit den Mitteln des Tanztheaters. Dabei scheuen sie sich nicht, an ihre psychischen wie physischen Grenzen heranzugehen", sagt Heiner Buchen.

Der Kreuzweg der Jugend findet in Saarbrücken am 18. März von 18 bis 20.30 Uhr statt. Er beginnt um 18 Uhr in der Schlosskirche/Saarlandmuseum und endet um 20.30 Uhr in der Jugendkirche Eli.ja, Hellwigstraße. Informationen: Heiner Buchen, (06 81) 70 06 18, E-Mail dekanat-saarbruecken@freenet.de.