Der Staatstheater-Förderverein hilft, wo er kann: Kämpfen wie ein Löwe fürs Theater

Der Staatstheater-Förderverein hilft, wo er kann : Kämpfen wie ein Löwe fürs Theater

In Zeiten leerer öffentlicher Kassen braucht die Kultur mehr denn je private Förderer - wie die Freunde des Staatstheaters.

„Unsere Hauptaufgabe ist, das Saarländische Staatstheater zu unterstützen und zu schauen, wo wir helfen können“, erklärt Rolf Petzold, stellvertretender Präsident des Vereins der Freunde des Saarländischen Staatstheaters Saarbrücken e.V. Helmut Rüßmann, Präsident des Vereins, fügt im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung hinzu: „Und dabei geht es nicht nur ums Geld, sondern auch um andere Wünsche“.

Der Förderverein der Freunde des SST hat zurzeit 250 Mitglieder, der Jahresbeitrag kostet regulär 60 Euro. Und dafür bekommen die Mitglieder auch etwas zurück: Sie werden  zu Theaterproben eingeladen, besuchen gemeinsam ausgewählte Stücke mit anschließendem Künstlergespräch, erhalten Einblicke hinter die Kulissen und nicht zuletzt einen Nachlass auf verschiedene Karten.

Gegründet wurde der Verein am 29. Juni 1967, er feiert im Sommer also seinen 50. Geburtstag. Der Vorstand des Vereins ist relativ groß, aktuell sind dort zwölf Mitglieder engagiert. Und das hat auch seinen Grund.

„Je größer der Vorstand ist, desto breiter ist die Basis an Kenntnissen und Interessen. Daher wird jede Interessenslage berücksichtigt, und außerdem kommt es zu unterschiedlichen Sponsoren-Beziehungen“, erläutert Rolf Petzold.

Während der Spielzeit trifft sich der Vorstand regelmäßig mit der Theaterleitung, um Projekte zu besprechen und anschließend deren Realisierung in Angriff zu nehmen. „Da werden auch neue Ideen geboren. Zum Beispiel das Ballett-Festival ist so vor acht Jahren entstanden, aber es geht auch um grundsätzliche Dinge“, erklärt der Stellvertreter des Präsidenten.

Volker Eisenbeis, Leiter der Geschäftsstelle des Fördervereins fügt hinzu, dass sie dafür häufig andere Häuser besuchen, „um uns Anregungen zu holen“. Pro Jahr kann der Förderverein das Theater mit über 13 000 Euro unterstützen. Eines der Projekte, das damit bezuschusst wird, ist das jährlich stattfindende „Primeurs - Festival für frankophone Gegenwartsdramatik“, bei dem französische Theaterautoren dem deutschen Publikum vorgestellt werden.

Außerdem ist der Förderverein immer wieder bei der Renovierung der Bühnentechnik eingesprungen und hat nicht unwesentlich dazu beigetragen, dass die Sparte 4 erschaffen werden konnte.

Aktuell engagiert sich der Förderverein für einen neuen Konzertflügel. „Da hatten wir viele Beratungen und haben uns mehrmals eingesetzt. Denn das erste Instrument entsprach nicht den Erwartungen und ein Bechstein-Flügel kostet über 45 000 Euro“, erzählt Helmut Rüßmann.

Um den Betrag zusammen zu bekommen, musste sich der Vorstand Einiges einfallen lassen. „Wir haben eine Aktion gestartet, bei der man für 88 Euro zwei Klaviertasten erwerben kann, die als kleine Skulptur gestaltet wurden“, berichtet er weiter. Und letztendlich haben zwei Mitglieder eine private Spende eingebracht.

„Jetzt ist unsere Kasse vorerst leer“, sagt Helmut Rüßmann und lacht dabei. Aber das wird nicht so bleiben, denn sie wird durch regelmäßige Zahlungseingänge wieder aufgefüllt. Außerdem ist der Verein derzeit dabei, sein Jubiläumsfest vorzubereiten, auch um neue Unterstützer zu finden.

„Am Samstag, den 1. Juli findet das Orchesterfest statt, und da werden wir unseren 50. Geburtstag feiern“, erklärt Helmut Rüßmann. Wahrscheinlich soll das Fest in den Werkstätten stattfinden, „da herrscht eine tolle Atmosphäre“.

Genug Arbeit ist für die Vorstandsmitglieder der Freunde des SST also vorhanden. Und die sind sehr motiviert, bewundern die Leistungen der Künstler, aber auch der Menschen hinter der Bühne, die am SST arbeiten. Rolf Petzold meint dazu: „Wir kämpfen wie die Löwen für das, was hier am SST geboten wird“.

Er ist das gewohnt, denn er war Mitglied der Bürgerinitiative, die sich nach der massiven Kürzung der Landesmittel im Jahr 2004 gegründet hatte und im Jahr 2007 mit dem Förderverein fusionierte.

Volker Eisenbeis, der Geschäftsführer des Vereins, sagt zu seinem Engagement: „Ich habe mit zehn Jahren hier schon die Märchenaufführungen gesehen, und nachdem ich 1998 ins Saarland zurückgekommen bin, habe ich sofort ein Abo gekauft. Denn die Abende hier sind phantastische Erlebnisse“.

Ein besonderes Engagement des Vereins ist dem Primeurs-Festival gewidmet. Hier ein Foto der Aufführung eines Live-Hörspiels im Jahr 2014. Foto: Oliver Dietze. Foto: Oliver Dietze

Auch Helmut Rüßmann ist voll des Lobes für das Theater. „Ich verfolge das Ballett hier seit 1976. Und wir haben ein Niveau, das ist fast schon vergleichbar mit Stuttgart“, sagt er und meint damit die inoffizielle Hauptstadt des deutschen Balletts.