Güdinger Schleuse : Die Güdinger Schleuse öffnet wieder

Boote und Schiffe können bald die Güdinger Schleuse passieren. Am 7. Juli soll sie freigegeben werden.

 Die Güdinger Schleuse wird Anfang Juli wieder für den Schiffsverkehr freigegeben. Geplant ist, die ersten Boote am 7. Juli passieren zu lassen. Das teilte Elisabeth Richrath vom Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) bei einem Ortstermin mit. Das 150 Jahre alte Bauwerk, das 1861 zur Erschließung des Saar-Kohlen-Kanals erbaut wurde, musste von Grund auf saniert werden. Dazu wurde die Schleusenkammer trockengelegt und der dort verarbeitete Sandstein zum Teil komplett erneuert. Auch die Schleusentore sind ganz neu, die Antriebe ebenfalls. Allein die Tore wurden auf Maß gefertigt und sehen wie die historischen Schleusentore aus.

Die Außenanlage hat sich nicht verändert, dem Denkmalschutz wurde entsprochen. Trotzdem wird die Güdinger Schleuse ihr Wesen verändern, denn mit der Sanierung wurde die Schleusentechnik so hergestellt, dass Bootsführer die Schleuse künftig selbst bedienen können. „Das ist in Frankreich aber auch an Abschnitten der Mosel heute schon üblich“, sagt Richrath und kündigt damit an, dass die vier Schleusenwärter, die in Güdingen heute noch Dienst verrichten, bald nicht mehr anzutreffen sind. „Wir werden das langfristig und sozialverträglich gestalten. Das geht nicht von heute auf Morgen. Aber langfristig wird die Schleuse nicht mehr besetzt sein“, erläutert die Sachgebietsleiterin aus dem WSA.

Mit der für Juli geplanten Freigabe des Schiffsverkehrs endet die Baustelle in Güdingen nicht. „Wir wollen sicherstellen, dass der Bootsverkehr im Sommer fahren kann, müssen aber weitere Arbeiten durchführen. Eine der Schleusen­-Seitenwände wird zu einem späteren Zeitpunkt saniert, auch am Wehr werden Sanierungsarbeiten fällig, die sich aber auf den Bootsverkehr nicht auswirken.“

Die Kosten der Gesamtmaßnahme nennt die WSA-Mitarbeiterin nicht, man habe die geplanten Ausgaben jedoch leicht überzogen, weil man bei den Tiefbauarbeiten Probleme hatte. Das sei aber im Rahmen geblieben. Wichtig sei, dass die Schleuse, die im Jahr ungefähr1500 bis 1700 Boote schleust, nun langfristig im Bestand und Betrieb gesichert sei. Schließlich war auch die Schließung dieses letzten Wasserbauwerks vor der französischen Grenze im Gespräch. Das Bauschild weist  darauf hin, dass die Schleuse „auf Beschluss des Deutschen Bundestages“ saniert werde. So ein Hinweis ist an Baustellen des Bundes nicht üblich. Ein Wink auf das Politikum: Die Wasserstraße nach Frankreich sollte offenbleiben, die Politik machte sich stark. „Das entspricht auch internationalen Verträgen“, fügt die WSA-Mitarbeiterin hinzu. Das Saarland hätte sonst den Anschluss an die touristisch bedeutsamen französischen Kanäle verloren.

So stellt sich die Schleuse normalerweise dar.   Foto: BeckerBredel

Eine erneute Sperre deutet sich jedoch an, wenn die zweite Wand der Schleusenkammer saniert wird. Das will das WSA in die verkehrsarme Zeit legen. Bootführer sollen sich im Wasserstraßen-Informationsdienst (www.elwis.de)  informieren.