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| 11:56 Uhr

Temposchwellen am Franzenbrunnen
Folterstrecke oder gute Verkehrsberuhigung?

Fünf solcher Bodenschwellen bremsen an der Kita Franzenbrunnen in Alt-Saarbrücken Autofahrer aus.
Fünf solcher Bodenschwellen bremsen an der Kita Franzenbrunnen in Alt-Saarbrücken Autofahrer aus. FOTO: BeckerBredel
Alt-Saarbrücken. Anwohner des Tiroler Viertels sehen ihre Interessen am Franzenbrunnen durch die „Karte Kind“ in den Hintergrund gedrängt. Von Martin Rolshausen

Im August kamen die Bodenschwellen – und mit ihnen der Ärger. Und da „der Unmut im Tiroler Viertel“, wie Anwohner Siegfried Both sagt, „immer größer wurde“, haben er und einige Nachbarn im Tiroler Weg, in der St. Avolder Straße, in der Diedenhofer Straße, Lothringer Straße und am Franzenbrunnen Unterschriften gesammelt. Fast 160 sind zusammengekommen. Die Forderung: „Sofortige Beendigung dieser Maßnahme und Rückbau der Temposchwellen.“

Für die Unterzeichner ist der Weg an der neuen Kita eine „Folterstrecke“, mit der die Anwohner „gequält“ werden, „weil eine augenscheinlich starke Lobby die Karte ,Kind’ gespielt hat“. Statt mit den Anwohnern zu reden, „wurde der Knüppel aus dem Sack geholt und mit einer in Deutschland wohl einmaligen Aktion exklusiv eine Strecke von etwa 100 Metern mit sage und schreibe fünf Bremsschwellen gepflastert“, heißt es auf der Unterschriftenliste. „Wir sind durchaus für das Einhalten der vorgeschriebenen Geschwindigkeit, halten aber den Einbau von fünf Schwellen für überzogen und unverhältnismäßig“, erklärt Siegfried Both. Die Kinder, sagt er, werden bis direkt zur Kita gefahren. Die seien also „nicht wirklich in Gefahr“. Die Belastung für Menschen mit Rollatoren oder Kinderwagen sei aber rund um die Uhr da. Neulich habe ein Krankenwagen einen Umweg fahren müssen, weil dessen Fahrer es der Patientin nicht zumuten wollte durchgerüttelt zu werden. „Selbst Eltern, die im Viertel wohnen und ihre Kinder dort zur Betreuung abgeben, sind genervt von der ständigen Hoppelei und dem Verschleiß an den Fahrzeugen“, sagt Both.

Von den 104 Haushalten, in denen man zum Unterschriftensammeln war, „wollten lediglich fünf nicht unterschreiben, da sie die Ausfahrt über den Franzenbrunnen kaum nutzen beziehungsweise glauben, dass durch die Schweller Autofahrer abgehalten werden, die Straße zu nutzen und so eine Reduzierung des Gesamtverkehrs zum Beispiel durch die Diedenhofer Straße erreicht würde“, sagt Both. Die Unterschriften hat er zwar im städtischen Ordnungsamt übergeben. Die Forderungen werden von der Stadt aber erstmal nicht umgesetzt.

Im Juni 2017 habe es auf Wunsch der Elternvertretung der Kita einen Termin mit Vertretern verschiedner städtischer Ämter vor Ort gegeben, um über die Sorge der Eltern wegen Raserei zu sprechen, erklärte Stadtpressesprecher Thomas Blug gestern auf SZ-Anfrage. Eine Messung des Ordnungsamts habe daraufhin ergeben, dass die Autofahrer deutlich zu schnell sind. Deshalb wurden im August die fünf Bodenschwellen montiert. Die Schwellen seien sinnvoll, denn es gebe nun kein Problem mehr mit Raserei.

Weil man die Kita wegen der dringend benötigten Plätze schnell habe fertigstellen wollen, seien andere Arbeiten noch nicht erledigt, erklärt Blug. So wird die Straße sowieso noch ausgebaut, also breiter und mit Gehwegen versehen. Dann müsse man eh neu über die Sicherheit reden, sagt er. Die Arbeiten sollen im Juli beginnen.

Man sehe den Konflikt zwischen den Bewohnern des Tiroler Viertels und den Eltern, deren Kinder in der Kita sind, teilt Blug mit. Und man sei auch mit den Anwohnern in Kontakt.