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Feuerwehr im Flughafenstadtteil bekommt ein modernes Gerätehaus

Modernes Gerätehaus : Neues Zuhause für Ensheims Lebensretter

Die Feuerwehr im Flughafenstadtteil bekommt ein modernes Gerätehaus. Dafür bringt die Stadt zwei Millionen Euro auf. Doch ist der Zeitplan einzuhalten?

Ein erstes „Probewohnen“ hat schon stattgefunden. Im neuen Feuerwehrgerätehaus in Ensheim wurden die ersten Autos abgestellt. Man bekam ein Gefühl, wie es sein wird, wenn im September der endgültige Umzug ansteht. Bislang waren die 63 aktiven Feuerwehrleute in Ensheim in einem alten Bau neben der Sporthalle untergebracht. Die Fahrzeughalle diente als Umkleide- und Aufbewahrungsort für die Einsatzkleidung, zwei Fahrzeuge wurden im ehemaligen Bauhof nebenan abgestellt. Es war eng, und der Dieselruß der Lkw blieb in den Kleidern hängen.

Inzwischen wurden die alten Bauhofgaragen abgerissen und dort eine große Halle für fünf Fahrzeuge errichtet. Zwei Millionen Euro hat die Stadt Saarbrücken dafür ausgegeben und Anlauf genommen, den Standort Ensheim der Freiwilligen Feuerwehr zukunftsfähig zu machen.

Anfang September steht der Umzug an. Dann kommen alle Fahrzeuge in die neue Halle, in der momentan noch gearbeitet wird. Das Licht ist noch nicht montiert, ebenso fehlen die Absauganlage für die Abgase und weitere Elektroinstallationen. Löschbezirksführer Erik Fohs ist aber zuversichtlich, dass der Termin eingehalten wird. 

Danach folge der zweite Bauabschnitt. Dann werden die bisherigen Garagen zugemauert und neue Wände eingezogen. Aus der alten Fahrzeughalle wird ein Sozialtrakt mit getrennten sanitären Anlagen und Umkleidemöglichkeiten für Männer und Frauen. Aktuell sind sechs Frauen in der Feuerwehr Ensheim aktiv. Für sie gab es bislang keine Sozialräume. „Dies und die Tatsache, dass die Kleidung von Abgasen kontaminiert wird, ist gesetzlich nicht mehr zulässig“, erklärt Wehrführer Björn Weichel die Notwendigkeit des Umbaus und erinnert zugleich daran, dass in vielen anderen Feuerwehr-Gerätehäusern ähnliche Probleme zu lösen seien. Die Feuerwehr Ensheim will im Juni 2022 eine große Einweihung feiern. Bis dahin sollen alle Bauarbeiten abgeschlossen sein. 

Fohs sieht den Löschbezirk Ensheim gut aufgestellt. Auch tagsüber habe die Wehr keine Probleme, im Einsatzfall die notwendigen Teams zusammenzubekommen. „Aber wir wollen trotzdem Nachwuchswerbung machen und uns im Ort noch besser präsentieren“, sagt Fohs. Auch die sozialen Netzwerke wolle man nutzen, allerdings keinen „Einsatzticker“ veröffentlichen. Bei durchschnittlich 30 bis 50 Einsätzen im Jahr wolle man eher die Arbeit hinter den Kulissen darstellen.

Einen Wunsch haben die Wehrleute noch: Der alte Übungsturm vor der Ensheimer Wache wurde nicht saniert und bildet jetzt einen Kontrast zum Neubau, den man gern noch etwas kaschieren würde. „Für einen Anstrich waren bislang keine Mittel da“, heißt es. Hier hoffe man noch auf ein Einlenken der Stadt, damit sich die neue Anlage im Juni 2022 auch wirklich als „neu“ präsentieren lässt.