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"Engel" im Kampf gegen die Zeit

Saarbrücken. Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Dieses Sprichwort ist an der Grundschule Deutschherren wörtlich zu nehmen. Mit viel Elan schleifen, hobeln und hämmern 15 Jugendliche. Für die Jungen und Mädchen, sie sind Ministranten der Pfarrei St. Johannes Baptista in Altenkessel, läuft die Uhr: Bis Sonntag 17 Von SZ-Redaktionsmitglied Fabian Bosse

Saarbrücken. Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Dieses Sprichwort ist an der Grundschule Deutschherren wörtlich zu nehmen. Mit viel Elan schleifen, hobeln und hämmern 15 Jugendliche. Für die Jungen und Mädchen, sie sind Ministranten der Pfarrei St. Johannes Baptista in Altenkessel, läuft die Uhr: Bis Sonntag 17.07 Uhr müssen ein Hochsandkasten, eine Sitz- und Klettertribüne für den Bolzplatz und eine Sonnenuhr fertig gebaut sein. Dafür haben die Messdiener tatkräftige Unterstützung bekommen. Viele Grundschüler helfen den Ministranten und auch eine nebenan werkelnde Baufirma packt mit an. "Wir haben spontan die Baufirma angesprochen, und die waren sofort da", erzählt Angelina Schmelzer. Die Profis schnitten Balken zu und bohrten den Asphalt für die Sonnenuhr auf. Auch die knapp 40 Firmlinge aus denPfarreien St. Augustinus und St. Johann sind auf Hilfe angewiesen. Sie sollen gemeinsam mit Obdachlosen aus der Saarbrücker Wärmestube am Sonntag von 11 bis 14 Uhr eine Tafel auf dem St. Johanner Markt organisieren. Und an der Hilfe haperte es am Freitag noch. Diakon Andreas Burg nennt das Hauptproblem: "Es fehlt an der Grundlogistik." Zwar hat die Saarbrücker Tafel bereits 300 Scheiben Brot und Wurst versprochen, doch es wurde noch keine Catering-Firma gefunden, die Teller, Gläser, Besteck und einen Herd zur Verfügung stellt. Zudem werden Bänke und Tische benötigt. Auch ist noch nicht klar, wer weitere Lebensmittel sponsert, schließlich müssen "etwa 100 Saarbrücker bewirtet werden", schätzt Ann-Katrin Steibert, Betreuerin der Wärmestube. Während sich ein Teil der Gruppe weiter auf "Nahrungssuche" macht, versucht der andere Kontakt mit den Obdachlosen zu knüpfen. Beide Seiten tun sich dabei noch schwer. Das gemeinsame Kickerspielen ist ein erster Schritt. Für die 16-jährige Lea Backes ist das Ziel der Aktion, "die Vorurteile abzubauen und die Menschen näher kennenzulernen". "Man muss sich auf die Aufgabe einlassen", sagt sie. Im Saarlandmuseum wird währenddessen emsig die Werbetrommel gerührt. Die Aufgabe der Messdiener aus Malstatt: mindestens 100 junge Saarbrücker ins Museum zu locken, die noch nie in einer Ausstellung waren. "Das größte Problem ist, die Kinder zu erreichen", seufzt Peter Mohr. Der 17-Jährige hat dafür mit seinen Mitstreitern allerdings schon einiges auf die Beine gestellt. Am Freitagvormittag sind sie in die Grundschulen ausgeschwärmt, um Gutscheine zum Muttertag zu verteilen. Der 13-jährige Frederik Fatz startete indes einen Radioaufruf, um die Saarbrücker um Essensspenden zu bitten. Wer die Sozialaktion unterstützen möchte, kann sich unter Tel. (06 81) 8 31 94 52 an das Aktionsbüro am St. Johanner Markt wenden. "Man muss sich auf die Aufgabe einlassen."Lea Backes, Saarbrücken




Auf einen BlickAm Samstag findet ab 9.30 Uhr ein "Second-Hemd und Hose"-Markt auf dem Gelände der Kirche der Jugend, Hellwigstraße-Ecke Halbergstraße statt. Die Messdiener der Pfarreien St. Peter, Ensheim, und St. Laurentius, Eschringen, verschönern den Garten des Altenheimes Landhaus am Hofgarten. Am Sonntag wird dieser um 14 Uhr bei einem Begegnungsfest eingeweiht. red