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Wer hat Platz für fünf junge Nager?

Ratten verblüffen mit ihrer Intelligenz. Das gilt auch für die fünf Kerlchen, die jetzt zu vermitteln sind. Hier schaut Kathrin Schmidt Mars (vorn am Türchen) und Twix (hinten) beim Spielen zu.Foto: Eva Fell
Ratten verblüffen mit ihrer Intelligenz. Das gilt auch für die fünf Kerlchen, die jetzt zu vermitteln sind. Hier schaut Kathrin Schmidt Mars (vorn am Türchen) und Twix (hinten) beim Spielen zu.Foto: Eva Fell FOTO: Eva Fell
Alt-Saarbrücken. Sie wurden ausgesetzt, schweren Herzens weggegeben oder waren nach dem Tode ihrer Besitzer unversorgt. Im Bertha-Bruch-Tierheim warten sie auf ein neues Zuhause. Wir stellen sie in unserer Serie „Wer will mich?“ vor. Diesmal geht es um fünf Rattenmännchen. Sie brauchen eine artgerechte Bleibe bei Kleintierkennern. Frank Kohler

Nicht nur die Sommersonne bringt die Tierfreunde im Bertha-Bruch-Heim ins Schwitzen. Sie müssen sich in den heißesten Wochen des Jahres mit Platzmangel herumschlagen. Das neue Kleintierhaus ist zwar beinahe fertig. Doch dürften noch gut zwei Wochen vergehen, bis dort die ersten Schützlinge einziehen. So lange bleiben die Behelfsunterkünfte in den Containern belegt mit Kaninchen, Degus, Hamster, Meerschweinchen und Ratten . Können sie aus den großen Stahlkästen raus, dann müssen schon Hunde rein.

Ihre maroden Zwinger weichen einem Neubau. Bei all dem Hin und Her auf dem Gelände ist es schwer, weiteren Opfern menschlicher Gedankenlosigkeit eine Bleibe zu bieten. "Leider müssen wir in letzter Zeit immer häufiger teils recht große Anzahlen von Ratten beherbergen", sagt Heimsprecherin Tabatha Walter. Gewissenlose Besitzer haben die Tiere ausgesetzt. Oder sie kommen ins Heim, weil die Vorbesitzer nichts über die Vermehrungsfreudigkeit der Nager wussten.

Das Fünfergrüppchen Rattenjungs Mars, Twix, Snickers, Oreo und Daim stammt aus ungewollter Vermehrung. Das Muttertier wurde in einem Gartenmarkt gekauft und war damals schon trächtig. Also hatten die Besitzer nach kurzer Zeit eine kleine Rattenbande zu Hause. Die fünf Jungs sind nun groß genug für die Vermittlung.

Da zur artgerechten Rattenhaltung ein Rudel ab mindestens drei Tieren nötig ist, sollen die fünf zusammenbleiben. Eventuell könnten zwei der Kerlchen gemeinsam in ein anderes Rudel integriert und die restlichen Buben als Dreiergespann vermittelt werden.

Weitere Infos unter Telefon (06 81) 5 35 30, täglich von 14 bis 17 Uhr (außer montags).

Die Kleintierexpertinnen des Tierschutzvereins müssen immer wieder Irrtümern entgegentreten. Eva Fell betont, wer etwa meint, Ratten einzeln oder paarweise in kleinen Nagerkäfigen halten zu können, liegt falsch. "Eine solche Haltung ist für die bewegungsfreudigen und hochsozialen Tiere absolut nicht artgerecht. Ratten sollten nie in Gruppen von weniger als drei Tieren gehalten werden."

Hinzu kommt, dass sie viel Platz brauchen. Als Mindestmaße von Käfigen mit drei Ratten gelten 100 Zentimeter Länge, 50 Zentimeter Höhe und 100 Zentimeter Breite. Wer seinen Ratten etwas Gutes tun will, kauft oder baut für sie ein Gehege, das mindestens einen Meter lang, 60 Zentimeter hoch und 180 Zentimeter breit ist. Da Ratten gern klettern und Verstecke ausprobieren, sollten mehrere Etagen über Leitern, Papp- oder Korkröhren oder Äste verbunden sein. Außerdem sind Schlafhäuschen und -höhlen ein Muss.

Wer das beachtet, bekommt zutrauliche Haustiere von verblüffender Intelligenz.



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StichwortDas Heim-Team will eine wichtige Einnahmequelle wieder nutzen: die Kombination aus Trödel, Kaffee und Kuchen. Am Samstag und Sonntag, 18. und 19. Juli, ist jeweils von 14 bis 17 Uhr im Heim, Folsterweg 101, ein Flohmarkt. Dazu bietet das Café Bertha seine Leckereien an. red