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Radtouren E-Bikes Radtourismus: Sie strampelten mehr als 1700 Kilometer

Radtouren E-Bikes Radtourismus : Sie strampelten mehr als 1700 Kilometer

Achim Kosiol und Maria Heidrat sind von Walpershofen in den Kreis Pinneberg bei Hamburg gereist. Mit ihren E-Bikes und mit schwerem Gepäck. Sie haben einen Koffer voll Erlebnissen mit nach Hause gebracht.

„Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!“ Hört sich gut an, ist aber schon eine große Distanz, wenn man vom Saarland aus hinfährt, mit dem Fahrrad, teilweise auch mit dem Regiozug. Achim Kosiol und Maria Heidrat, erfahrene E-Biker aus Walpershofen, haben im Juni/Juli die Strapazen auf sich genommen. Heftige Unwetter, schwere Bergetappen im Spessart, matschige Holperstrecken entlang von sumpfigen Seen, schwer zu fahrendes Heideland mit tiefem Sand, übles Kopfsteinpflaster in der ehemaligen DDR einerseits. Aber: tschechischer Biergenuss, weltbestes Frühstück, freundliche Menschen, interessante Begegnungen auf der Positivseite, dazu Superlandschaften. Am Main, mit den Städten Wertheim, Würzburg, Schweinfurt, Bamberg, am Radweg „Thüringische Städtekette“, an Spree und Havel, durch Berlin, entlang der mecklenburgischen Seenplatte bis hin zur Ostsee, unter anderem mit der sehenswerten alten Hansestadt Wismar oder mit der großartigen Hafenausfahrt von Rostock-Warnemünde, mitten ins Unwetter hinein bei Lübeck, an den Schmalensee in der Holsteinischen Schweiz bis hin zum Ziel in Ellerhoop im Landkreis Pinneberg (liegt in der Nähe von Hamburg), dort empfangen von den Enkelinnen Rosalie und Anna. „Wir haben in diesen knapp vier Wochen viel erlebt, landschaftlich, kulturell, menschlich“, sagt Kosiol, „auch wenn es wettermäßig manchmal durch Mark und Bein ging.“

 Achim Kosiol vor der einst kleinsten Poststelle in der ehemaligen DDR.
Achim Kosiol vor der einst kleinsten Poststelle in der ehemaligen DDR. Foto: Maria Heidrat
 Maria Heidrat bei einer Radl-Pause in der Müritzregion.
Maria Heidrat bei einer Radl-Pause in der Müritzregion. Foto: Achim Kosiol

Belegt wird Kosiols Bericht durch ein Fotobuch. Es zeigt die beiden Walpershofer Steckdosenradler völlig durchnässt im Regiozug, zufrieden im Biergarten am sonnigen Main, im sorbischen Museum Bautzen, am Berliner Müggelsee bei strahlend blauem Himmel, mit ihren Rädern mitten in der Hauptstadt, am Brandenburger Tor, am Reichstag, Sitz des Deutschen Bundestages. Die zwei Radreisenden aus dem Saarland stoppen für ein Foto, an der wieder aufpolierten „Kleinsten Poststelle der DDR in Karow“. Kaum auszumachen sind ihre beiden kleinen Räder vor der riesigen Kulisse der Skandinavienfähre Warnemünde mit mindestens zehn Stockwerken. Am Ende kamen 1712 erstrampelte, ohne die vielen Regiobahn-Kilometer zusammen, zum Glück auch mal bei schönem Wetter, berichtet Kosiol. „Nächstes Jahr geht’s an die bayrischen Seen“, verrät er den Plan. Wie weit kommt man eigentlich mit seinem E-Bike mit Bosch-Motor? „Wenn man ständig auf die Tube drückt und viele Berge fährt, nur 40 Kilometer. Wenn man aber die Radreise, wie wir, gemütlich und schonend angeht, reicht der Akku bis zu 120 Kilometer weit.“