1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Riegelsberg

Iris Werron ist von klein auf begeistert vom Reiten und von Pferden

Serie Menschen im Regionalverband : Reiten bereichert Iris Werrons Leben

Die gebürtige Riegelsbergerin wechselte von Galopp- zu Langstrecken-Pferderennen, reitet dabei bis zu 160 Kilometer.

Iris Werron war gerade mal zwei Jahre alt, als sie der Leidenschaft ihres Lebens begegnete. „Meine Tante setzte mich auf ihr Pferd. Das war es“, sagt sie und lächelt. Denn tatsächlich hat Iris Werron seither die meiste Zeit ihres Lebens mit Pferden verbracht. „Ich komme aus Riegelsberg. Und ganz in unserer Nähe war ein privater Reitstall. Dort habe ich schon als Kind den Stall geputzt“, erzählt sie.

„Das gehört einfach dazu. Denn Pflege und Versorgung des Pferdes nehmen mehr Zeit in Anspruch als das Reiten. Das ist die kürzeste Zeit, die man mit den Pferden verbringt“, erklärt sie. Mit acht Jahren begann Iris Werron, Reitunterricht zu nehmen, fuhr jeden Samstag nach Lebach. Und sie durfte auch das erste Mal fremde Pferde reiten.

Wie sehr sie Pferde und das Reiten liebt, braucht sie in dem Gespräch gar nicht zu betonen. Denn ihr ganzes Leben wird davon geprägt. „Ich hatte das Glück, mit zwölf Jahren zum ersten Mal ein Galopprennpferd reiten zu dürfen, einen englischen Vollblüter“, berichtet sie weiter. Und dass sie darauf sehr stolz war.

Mit 15 Jahren machte sie daher die Amateurreiterlizenz und gewann mit dem Pferd Nigrito gleich acht Rennen. Die Galopprennen fanden vorwiegend in Süddeutschland statt, auch in Saarbrücken und Lebach. Das erste eigene Pferd, Ceven, kaufte sie Ende der 1980er-Jahre. „Aber das war nicht so erfolgreich. Es war dafür aber sehr schön“, sagt sie lachend.

In den nächsten 25 Jahren nahm Iris Werron an über 1000 Rennen teil und hatte viele Erfolge. Dabei war sie trotz ihrer zierlichen Statur für den Rennsport eigentlich zu schwer und zu groß. Die Reitkarriere hatte Werron neben einem fordernden Beruf. Denn sie lernte Erzieherin und arbeitete seit 1984 in Riegelsberger Kindergärten.

Das änderte sich 1996. Da lernte sie ihren heutigen Lebensgefährten kennen – natürlich in einem Stall. Die erste gemeinsame Anschaffung war ein Araber-Rennpferd. „Maxim ist heute 27 Jahre alt. Mit ihm habe ich zwölf Rennen gewonnen“, erzählt Iris Werron.

Aber nicht nur das gemeinsame Pferd verbindet die beiden. Da ihr Partner Kinderarzt ist, machte Iris Werron eine Ausbildung in heiltherapeutischem Reiten. „Das war eine tolle Sache. Ich habe zehn Jahre lang auf Reiterhöfen in Beckingen und Saarlouis gearbeitet, wir hatten pro Woche 25 bis 30 Kinder dort. Sie haben sehr davon profitiert, aber es war sehr anstrengend“, sagt sie.

Mit der Zeit wurde Iris Werron für den Galoppsport zu alt. Da entdeckte sie im Jahr 2010 das Langstreckenrennen für sich. „Ein Galopprennen geht meistens über 2400 Meter. Das ist sehr schnell vorbei. Ein Langstreckenrennen dauert mehrere Stunden über Distanzen bis zu 160 Kilometern. Das Tolle am Langstreckenrennen ist, dass die Teilnehmer aus allen Altersklassen kommen. Man wird nicht zu alt dafür“, erzählt die Reiterin.

Dann erläutert sie, dass diese Rennen über verschiedene Runden im Gelände führen. Nach jeder Runde, die jeweils mehrere Kilometer lang ist, wird das Pferd von einem Tierarzt untersucht, und nur die Pferde, die fit sind, dürfen weiterhin am Rennen teilnehmen. So kommt kein Tier zu Schaden.

Trotzdem brauchen die Pferde eine gewisse Ausbildung dazu, müssen für diese Rennen vorbereitet werden. Und genau daraus hat Iris Werron ihren aktuellen Beruf gemacht. Denn mittlerweile lebt sie mit ihrem Partner, sechs Pferden, davon drei eigene, Hunden und Pfauen auf einem Hof im grenznahen Frankreich, erwarb die Trainerlizenz für Langstreckenrennen und trainiert heute Pferde und Reiter.

Die Langstreckenrennen, an denen Iris Werron teilnimmt, führen sie in die verschiedensten Länder, auch in den Vorderen Orient, wo diese Rennen traditioneller Sport sind. Und dort, in Saudi-Arabien, in Al Ula, hat sie in diesem Jahr an einem Rennen teilgenommen. Sie war die erste europäische Frau, die dort bis zum Ende mitreiten konnte. „Das Rennen ging sieben Stunden durch die Wüste. Aber es ist dort Winter, es waren nur 16 Grad“, erzählt sie. Und dann sagt sie noch, dass es mit 4,6 Millionen US Dollar das höchstdotierte Rennen dieser Art ist und dass die drei Söhne der Herrscherfamilie gewonnen haben. Und sie? „Ich wurde Fünfzigste. Aber wichtig ist bei diesen Rennen, überhaupt bis zum Ziel dabeibleiben zu können. Daher hat von Platz 10 bis Platz 100 jeder Teilnehmer 25 000 Euro gewonnen.“

Und dann betont Iris Werron, dass sie vorher Bedenken hatte, überhaupt als Frau in Saudi-Arabien mitzureiten. „Aber vor Ort waren alle unglaublich freundlich zu mir. Es war eine tolle Erfahrung“, sagt sie mit einem Lächeln.