Mehr Geld für den Harmoniumspieler

Saarbrücken · SZ-Redakteur Peter Wagner lobt die neue Gebührenordnung des städtischen Friedhofsbetriebes.

Besinnungslos werden allerorten Gebühren erhöht, wobei die Urheber gern auch noch mit dem Begriff der "Anpassung" tricksen. Dem Saarbrücker Friedhofsbetrieb möchte man allerdings einen Kranz flechten, nämlich für seine Größe, manches auch nach unten anzupassen. Dass Aschebeisetzungen ab Januar 50 Euro weniger kosten sollen, geht zwar auf gerichtlichen Zwang zurück, ist aber immerhin ein Zeichen von Kreativität. Die Benutzung der Trauerhallen in Eschringen und Krughütte soll sogar um 50 Prozent günstiger werden. Begründung: Sie seien eher Unterstände als Hallen. Am verlockendsten klingt die Gebührenanpassung bei der musikalischen Begleitung von Trauerfeiern. Bislang ist es preislich einerlei, ob ein CD-Spieler (bedient vom Friedhofspersonal) oder ein leibhaftiger Organist für die Untermalung sorgen - mit 35 Euro ist die Gemeinde dabei. Das eher schnöde Abspielgerät soll man demnächst schon für 20 Euro bekommen, wogegen das von Menschenhand bediente Harmonium erst ab 40 Euro erklingt - eine nette Aufwertung künstlerischer Arbeit, die hoffentlich vom Stadtrat so beschlossen wird.